Groß angelegtes Register für Hypertonie-Patienten gestartet

BERLIN (gvg). Das Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen startet mit Novartis ein auf zunächst ein Jahr angelegtes Register für Hypertoniepatienten. Es sollen 15 000 Teilnehmer aus über 500 Arztpraxen zusammenkommen.

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Das "Triple A-Register" sei damit eines der größten Register für Hypertoniepatienten, die es gegeben habe, sagte der Leiter des an der Uni Heidelberg angesiedelten Institutes, Professor Jochen Senges aus Ludwigshafen. Ziel des Registers ist es, die Einführung des Prinzips der direkten Reninhemmung durch Aliskiren (Rasilez®) wissenschaftlich zu begleiten.

Triple A steht für Aliskiren, ACE/ARB, Andere. In das Register eingeschrieben werden können Patienten mit arterieller Hypertonie, die zum ersten Mal eine antihypertensive Therapie erhalten. Außerdem ist das Register offen für bereits therapierte Patienten, bei denen die Therapie umgestellt werden soll.

Es gibt drei Gruppen unterschiedlicher Gruppengröße. Von den angepeilt 15 000 Patienten sollen am Ende 10 000 eine blutdrucksenkende Therapie unter Einbeziehung des direkten Reninhemmers Aliskiren erhalten. 2500 Patienten sollen mit einem Therapieschema behandelt werden, das kein Aliskiren, aber einen ACE-Hemmer oder ein Sartan enthält. Und weitere 2500 Patienten sollen ganz ohne Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems therapiert werden.

Einschreibung der Patienten läuft noch bis 31. März.

"Wir erhoffen uns von diesem Register einen Einblick in den Stand der Hypertonietherapie in Deutschland", sagte Professor Uwe Zeymer vom Herzzentrum Ludwigshafen bei der von dem Unternehmen unterstützten Veranstaltung. "Wir wollen zum Beispiel sehen, wie die Leitlinien eingehalten werden und wie viele Komplikationen, Facharztüberweisungen und Klinikeinweisungen es gibt."

Zwei Aspekte der Hypertonietherapie interessieren die Versorgungsforscher besonders. Zum einen werden die Therapietreue und die Gründe für einen Wechsel in der medikamentösen Therapie untersucht. "Hier erwarten wir, dass die Compliance bei einem effektiven und gut verträglichen Medikament wie Aliskiren besser ist als bei anderen Medikamenten", so Senges. Zudem interessieren die Forscher renale Funktionsparameter, darunter der Kreatininwert, die glomeruläre Filtrationsrate und der Urinstatus. Damit sollen Hinweise auf eine unterschiedliche Nephroprotektion in den drei Studienarmen erfasst werden. "Registerstudien bilden die Realität ab, das heißt, dass der Anteil an Patienten mit hohem Risiko höher ist als in kontrollierten Studien", so Senges. Damit müsste der Effekt von Nieren schützenden Maßnahmen wie einer RAAS-Blockade stärker hervortreten, so die These.

Das Register ist am 1. Oktober gestartet. Die Einschreibung läuft bis 31. März 2009. Interessierte Praxen können sich beim Institut melden.

www.herzinfarktforschung.de

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