Gynäkologie

Hoffnung auf Prophylaxe gegen Papillomaviren

MÜNCHEN (sto). Impfstoffe gegen eine Infektion mit den krebsauslösenden humanen Papillomaviren (HPV), die kurz vor der Zulassung stehen, werden in Verbindung mit Früherkennungsuntersuchungen vermutlich die Zahl der Neuerkrankungen an Zervix-Ca reduzieren.

Veröffentlicht: 14.06.2006, 08:00 Uhr

In Deutschland ist die Zahl der Neuerkrankungen am Zervixkarzinom nach Einführung der Früherkennungs-Untersuchung erheblich gesunken. Seit etwa zehn Jahren ist jedoch mit jährlich etwa 6500 Neuerkrankungen ein Plateau erreicht. Der Grund dafür ist die relativ geringe Teilnahme am Screening, wie die Gynäkologin Dr. Karin Schulze aus München sagte.

Durch eine HPV-Impfung bei jungen Frauen werden sich die Häufigkeit präkanzeröser Läsionen und die Zahl der auffälligen Befunde nach einer Zervixabstrich-Untersuchung (Pap-Test) verringern, sagte Schulze bei einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline in München.

Das Problem: Auffällige Befunde nach einem Pap-Test sind nicht immer eine Karzinom-Vorstufe, betonte Schulze. Eine größere Zahl sei falsch-positiv. Außerdem gebe es viele Spontanremissionen. Betroffen von möglichen Vorstufen seien vor allem Frauen zwischen 25 und 40 Jahren.

Leichte Zellveränderungen sollten zunächst über längere Zeit beobachtet werden, bei schweren Veränderung oder bei Veränderungen, die über einen längeren Zeitraum persistieren, müsse hingegen operiert werden. Mittelschwere Zellveränderungen seien jedoch immer eine Gratwanderung zwischen Abwarten und Operieren, so Schulze.

Durch eine HPV-Impfung werde es künftig möglich, eine Vorsorge anzubieten. So habe sich in den Zulassungsstudien für den Impfstoff Cervarix™ von GSK ergeben, daß eine Impfung einen hundertprozentigen Schutz vor Infektionen mit HPV 16 und HPV 18 bietet.

Diese HPV-Typen seien für über 70 Prozent aller Zervixkarzinome ursächlich. Außerdem gebe es Hinweise, daß der Impfstoff auch gegen weitere nahe verwandte HPV-Typen schützt. Die Zulassung für den Impfstoff bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMEA ist eingereicht.

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