Hybrid-Embryos:Versuche nicht aussagekräftig

NEU-ISENBURG (ple). Mit Experimenten wie der Herstellung von Hybrid-Embryonen, über die in der vergangenen Woche britische Forscher berichtet hatten, lassen sich kaum wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen. Deshalb lehnt auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) solche Versuche ab.

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Der DFG-Vize-Präsident Professor Jörg-Hinrich Hacker ist skeptisch, ob es gelingen wird, durch Nutzung von tierischen Eizellen menschliche Oozyten für das therapeutische Klonen - und damit für die Gewinnung von embryonalen Stammzellen - unnötig zu machen. Beim DFG-live-Chat "Von Stammzellen und Stichtagen" Ende vergangener Woche erinnerte Hacker daran, dass dabei menschliche Zellkerne mit tierischen Mitochondrien zusammen gebracht werden. Das sei kein gutes und aussagekräftiges Experiment.

Als eine sehr wahrscheinlichere Option zur Herstellung humaner embryonaler Stammzellen bezeichnete Hacker die vor wenigen Monaten gelungene Reprogrammierung von ausdifferenzierten Zellen der Haut, die sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen. "Ich halte diese Forschungsergebnisse für einen großen Durchbruch in der molekularen Biologie", so der DFG-Vizepräsident.

Für Vergleichsanalysen seien allerdings neue humane embryonale Stammzellen nötig. Deshalb plädiert die DFG zumindest für eine Verschiebung des Stichtages, bis zu dem spätestens die Stammzellen hergestellt worden sein dürfen. Derzeit gilt der 1. Januar 2002. Am kommenden Freitag, dem 11. April, wird im Bundestag darüber debattiert.

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