Herzrhythmus-Störungen

Implantierbare Alleskönner helfen dem Herzen

MANNHEIM (grue). Seit 50 Jahren gibt es implantierbare Herzschrittmacher, seit 25 Jahren implantierbare Defibrillatoren und seit zehn Jahren die kardiale Resynchronisations-Therapie. Bei den jüngsten Geräten können bis zu 200 Parameter programmiert werden, um die Herzstimulation zu optimieren.

Veröffentlicht: 01.04.2008, 05:00 Uhr

So wird das Unternehmen Medtronic in Kürze zwei Herzimplantate (Consulta™, Secura™) aus der Gruppe der vollautomatischen implantierbaren Cardioverter Defibrillatoren (ICD) auf den Markt bringen. Sie sollen über eine digitale Plattform miteinander kommunizieren und haben viele Schrittmacherfunktionen, wie Professor Christian Mewis aus Homburg/Saar berichtet hat.

So übernehmen die Systeme die antibradykarde Stimulation inklusive der Messung aller relevanten Parameter. Dabei kann mithilfe eines MVP-Modus (Managed Ventricular Pacing) bis zu 60 Prozent der rechtsventrikulären Stimulation eingespart werden. Zu den antitachykarden Funktionen gehört die Registrierung von Arrhythmien und die Abgabe von Schocks bei Kammerflimmern, so Mewis bei einer Veranstaltung des Unternehmens in Mannheim.

Eine im Gerät vorhandene Alternative zu den schmerzhaften Schocks ist das antitachykarde Pacing (ATP). Das schmerzfreie ATP schaltet sich bei Kammertachykardien ein und kann so drei von vier Schocks verhindern. "Das erhöht die physische und mentale Lebensqualität der Patienten erheblich", sagte Mewis.

Zu den weiteren Funktionen der neuen Gerätegeneration gehört die Resynchronisation bei Herzinsuffizienz mit automatischer Stimulation des rechten und linken Ventrikels. Bei der Hämodynamik-Messung geht es um ein Monitoring der intrathorakalen Flüssigkeit. Damit lassen sich linksventrikuläre Dekompensationen vermeiden. Die kleinen Hightech-Geräte werden kabellos implantiert und über Funk abgefragt. Auch die Nachsorge kann über Fernabfrage organisiert werden.

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