Direkt zum Inhaltsbereich

Lichttherapie schützt Haut nach Transplantation

KOPENHAGEN (ner). Typischen Hautläsionen nach Organtransplantationen kann mit Photodynamischer Therapie (PDT) vorgebeugt werden. Das berichten dänische und niederländische Hautärzte.

Veröffentlicht:

Bei ungefähr 40 Prozent der Patienten entstehen nach einer Organtransplantation Hautkrebs-Vorstufen, bei 90 Prozent Warzen. Das Risiko für ein Plattenepithelkarzinom sei für diese Patienten 40- bis 250-mal größer als für Menschen ohne Organtransplantation, so Dr. Hans Christian Wulf aus Kopenhagen.

Die PDT ist eine etablierte Behandlung bei nichtmelanozytären Hautkrebsformen wie aktinischen Keratosen, Basalzell-Karzinomen oder bei Morbus Bowen (Carcinoma in situ der Epidermis). Die Dermatologen haben jetzt präklinische Daten bestätigt, wonach die PDT offenbar auch präventiv wirkt. Nötig ist dazu eine Hautsensibilisierung mit MAOP-Creme (Methyl-5-amino-4-oxopentanoat, Metvix®) sowie rotes Kaltlicht mit einer Wellenlänge von 570 bis 670 nm.

Wulf hat bei 27 Patienten nach Nierentransplantation jeweils zwei kontralaterale Hautareale mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern einmalig mit MAOP-PDT behandelt oder unbehandelt gelassen. Die Areale im Gesicht oder am Handrücken hatten jeweils mindestens zwei Läsionen einer aktinischen Keratose. Als Therapie applizierten die Kollegen die Creme und deckten die Region mit einem Okklusiv-Pflaster ab. Nach drei Stunden wurde die Creme entfernt. Zudem wurde einmalig mit einer Dosis von 75 J/m2. bestrahlt (Acta Derm Venereol 86, 2006, 25).

Auf den unbehandelten Hautstellen gab es schon nach sieben Monaten neue Hautläsionen, meist aktinische Keratosen, an den behandelten Arealen dagegen erst nach zehn Monaten. Nach zwölf Monaten waren 62 Prozent der behandelten Areale frei von neuen Hautläsionen, aber nur ein Drittel der unbehandelten Areale.

Die Resultate dieser Pilotstudie sollen jetzt mit weiteren Studien untermauert werden. "Wir denken, dass die PDT als prophylaktische Maßnahme einmal pro Jahr vorgenommen werden könnte", so Wulf zur "Ärzte Zeitung". Er habe eine entsprechende Behandlung in der Klinik bereits eingeführt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Neue Terminologie

Warum PCOS zu PMOS wurde und was das mit Diabetes zu tun hat

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Digitale Praxis

KI-Helfer für die Praxis entwickelt Hausarzt Rasche selbst

Lesetipps
Entzündung in der Niere.

© CreativeArt / stock.adobe.com / Generated with AI

Kleingefäßvaskulitiden

IgA-Vaskulitis bei Erwachsenen: Immer nach der Niere sehen!