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Musiktherapie macht Patienten mit Demenz agiler

SCHWELM (hbr). Musiktherapie hat einen positiven Einfluß auf Demenz-Patienten. So werden etwa Agitationen gemindert und die Interaktionsfähigkeit wird gebessert, wird immer wieder berichtet. Positive Effekte der Musiktherapie in Studien zu objektivieren bereitet aber noch Schwierigkeiten, wie jetzt auch anhand einer ambulanten Studie in Frankfurt am Main deutlich geworden ist.

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An der Untersuchung, die Professor Lutz Frölich vom Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit beim Zukunftsforum Demenz in Schwelm vorgestellt hat, beteiligten sich 21 Patienten mit mäßig ausgeprägter Demenz. Zehn Studienteilnehmer bekamen ergänzend zur Pharmakotherapie einmal wöchentlich eine Musiktherapie, elf nahmen an einer Biographie-Gruppe teil.

Biographie-Arbeit soll das Vergessen der eigenen Lebensgeschichte verhindern und persönliche Erinnerungen wachhalten. Fotos von bekannten Plätzen der Heimatstadt wecken Erinnerungen, und die Patienten geraten ins Erzählen. Wegen der notwendigen sprachlichen Fähigkeiten gehörten der Biographie-Gruppe Patienten mit weniger fortgeschrittener Demenz an.

Patienten mit eher ausgeprägter Demenz wurden dagegen der Musiktherapie-Gruppe zugeordnet. Das Singen vertrauter Volkslieder kann dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen. Manchem fällt dann spontan die Situation ein, in der er das Lied kennenlernte.

Nach 15 Wochen wurden bei allen Studienteilnehmern die kognitive Leistungsfähigkeit, die Beeinträchtigung von Alltagsaktivitäten, Verhaltensauffälligkeiten wie Apathie oder Unruhe als nicht-kognitive Begleitsymptome und die Belastung der Angehörigen durch die Pflege bewertet. Unterschiede zur Situation bei Studienbeginn fanden sich dabei aber nur bei den Begleitsymptomen: Ihre Häufigkeit und Ausprägung war bei Patienten der Biographie-Gruppe signifikant zurückgegangen. Eigentlich waren Vorteile für die Musiktherapie erwartet worden.

Trotz der Studienergebnisse will aber auch Frölich der Musiktherapie einen Nutzen nicht absprechen. Musiktherapie verbessert die Kommunikationsfähigkeit, berichtet er.

Ein solcher Einfluß spricht zum Beispiel aus den Erfahrungen der Musiktherapeutin Ulrike Linden aus Herdecke. In ihren Gruppensitzungen bewältigen desorientierte Altenheimbewohner zur Klavierbegleitung kurze Einsätze mit einfachen Instrumenten wie dem Klangstab. Für ein gutes Ergebnis müssen sie diese in die gesamte, gemeinsame Aktion einpassen. Tatsächlich werden die Patienten dabei "agiler, erscheinen orientierter, und es entsteht ein Miteinander", berichtete Linden bei der von Merz Pharma unterstützten Veranstaltung.

Im übrigen eigne sich Musik besonders für demente Patienten: "Das ist eine Sprache ohne Worte." Denn die Melodien alter Lieder blieben präsent, selbst wenn der Text bereits bröckelt - egal, wie ausgeprägt die Demenz ist.

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