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Fettleber

NASH: Fibrose geht unter Glitazon zurück

Mit dem Insulinsensitizer Pioglitazon lassen sich bei NASH selbst späte Fibrosestadien bessern.

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TURIN. Patienten mit nichtalkoholischer Steatohepatitis (NASH) haben ein erhöhtes Risiko, leberbezogene Komplikationen zu entwickeln und zu sterben. Als Therapieziel wird daher in der Leitlinie empfohlen, "bei nachgewiesener NASH eine fortschreitende Fibrose mit Entwicklung einer Zirrhose und ihren Komplikationen zu verhindern". Eine spezifische Medikation zu diesem Zweck ist bislang aber nicht verfügbar.

Als möglicher Kandidat gilt das Antidiabetikum Pioglitazon. Laut einer Metaanalyse kann mit dem Thiazolidindion ein Rückgang sogar von fortgeschrittenen Fibrosestadien erzielt werden (JAMA Intern Med 2017; 177:633-640).

In die Analyse wurden alle randomisierten kontrollierten Studien einbezogen, in denen der Effekt von Thiazolidindionen auf die Leberhistologie bei NASH-Patienten untersucht worden war; in fünf Studien war Pioglitazon (30–45 mg), in drei Rosiglitazon (4–8 mg) getestet worden. Als Vergleich dienten Placebo, Vitamin E oder Metformin. Insgesamt beteiligten sich 516 Patienten, davon 315 an Pioglitazonstudien. Die Studiendauer reichte von 6 bis 24 Monate.

Alle Studien zusammengenommen erhöhte eine Glitazontherapie die Wahrscheinlichkeit, dass eine Fibrose im Stadium F3 oder 4(brückenbildende Fibrose oder Zirrhose) in ein Stadium F2 oder darunter zurückgeführt wurde (Odds Ratio, OR 3,15). Die Reduktion eines beliebigen Fibrosestadiums um mindestens eine Stufe sowie eine NASH-Heilung wurden ebenfalls signifikant häufiger erreicht (OR 1,66 und 3,22). Wurde die Auswertung auf Patienten ohne Diabetes beschränkt, ergaben sich nahezu identische Vorteile einer Glitazonbehandlung für die untersuchten Endpunkte(Besserung von fortgeschrittener beziehungsweise jedweder Fibrose: OR 2,95 bzw. 1,76; NASH-Heilung: OR 3,40). Anscheinend handelt es sich dabei nicht um einen Klasseneffekt der Glitazone. In separaten Analysen zeigte sich, dass der Nutzen hauptsächlich auf Pioglitazon zurückzuführen war. Die Wirkung von Rosiglitazon blieb in allen Endpunkten unterhalb der statistischen Signifikanz.

Als Nebenwirkungen der Therapie wurden eine Gewichtszunahme, im Mittel um 2,7 Prozent , und eine höhere Rate von Beinödemen registriert.

Laut der Studienautoren um Giovanni Musso aus Turin müssen nach diesen Daten nur zwei NASH-Patienten mit Pioglitazon behandelt werden, um eine fortgeschrittene Leberfibrose zu bessern (Number Needed to Treat, NNT = 1,9). Ob sich dadurch auch eine Verbesserung der Langzeitprognose erreichen lässt, soll nun in weiteren Studien untersucht werden. Als potenzielle Anwender von Pioglitazon sehen die Ärzte in erster Linie Patienten mit fortgeschrittener Leberfibrose und erhöhtem leberbezogenem Sterberisiko, bei denen der Nutzen der Glitazone mögliche unerwünschte Wirkungen deutlich überwiegen sollte.

Bezüglich der Dauer einer Glitazontherapie gibt es Studiendaten, nach denen eine Verlängerung über 18 Monate hinaus keinen zusätzlichen Nutzen birgt. Die Beständigkeit des Therapieeffektes scheint davon abzuhängen, ob die Patienten dauerhaft einen gesünderen Lebensstil verfolgen.(bs)

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