Zeckenbedingte Erkrankungen

Neuer Liquor-Marker sichert die Diagnose einer Neuroborreliose

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Ein chemotaktisches Zytokin könnte sich als Marker für die Neuroborreliose eignen. Seinen Platz hätte es in der ganz frühen Phase einer akuten Infektion.

WIESBADEN (ner). Der Liquor-Marker CXCL 13 könnte künftig die Diagnostik der Neuroborreliose erleichtern. Der Nachweis des Chemokins ist hoch sensitiv und spezifisch für die akute, unbehandelte Form der Erkrankung.

Nicht nur als Diagnostik-Werkzeug, sondern auch als Marker eines Therapieerfolges und der Krankheitsaktivität könnte CXCL 13 geeignet sein, sagte Professor Hans-Walter Pfister von der Ludwig-Maximilians-Universität München beim Neuro Update 2011 in Wiesbaden. Das von den Monozyten sezernierte chemotaktische Zytokin lockt B-Lymphozyten an.

In einer deutschen Studie lag die Sensitivität für eine Neuroborreliose bei 96 Prozent, die Spezifität lag bei knapp 97 Prozent.

In einer Untersuchung am Klinikum Großhadern wurde die hohe Spezifität des Markers bestätigt, und zwar bei 192 Proben, die auch eine Liquor-Pleozytose ergeben hatten. Bei allen 17 Patienten mit akuter Neuroborreliose war der CXCL-13-Spiegel deutlich erhöht: Der Mittelwert lag über 15.000 pg/ml. Patienten ohne Neuroborreliose dagegen hatten Konzentrationen von nur etwa 250 pg/ml.

Nur sieben Patienten ohne Neuroborreliose wiesen ebenfalls Werte über der Schwelle von 1229  pg/ml auf, fünf mit ZNS-Lymphomen und zwei Patienten mit bakterieller Meningitis. Alle Patienten mit Multipler Sklerose und mit viraler Meningitis lagen unter dem Grenzwert.

Pfister schränkte allerdings ein, dass der Marker CXCL 13 noch nicht für die Routinediagnostik zu empfehlen sei. Einen Platz habe er zum Beispiel bei Patienten in der sehr frühen Phase einer akuten Neuroborreliose. Denn dann sei der BorrelienLiquor/Serum-Antikörperindex noch negativ. Zur chronisch verlaufenden Borreliose liegen bislang noch keine Daten vor.

Pfister wies zudem auf die im vergangenen Jahr publizierten europäischen Leitlinien für die Diagnostik und Therapie bei der Lyme-Neuroborreliose hin (European Journal of Neurology 2010, 17: 8). Drei der Diagnosekriterien sichern die Erkrankung, bei zwei der Kriterien ist diese Infektion möglich:

  • typische neurologische Symptome wie Nervenschmerzen, Lähmungen, Taubheitsgefühle, Hitze und Kältegefühl, Kopfschmerzen, Schwindel, Gleichgewichts-, Seh-, Gang- und kognitive Störungen
  • Liquor-Pleozytose
  • Borrelia-burgdorferi-spezifische intrathekale Antikörper

Wenn noch keine intrathekalen Antikörper feststellbar sind, kann es bei einer Erkrankungsdauer von weniger als sechs Wochen nützlich sein, den Erreger per Kultur oder PCR im Liquor nachzuweisen. Sonst wird die PCR-Diagnostik nicht empfohlen.

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