Direkt zum Inhaltsbereich

Neurodermitis: Calcineurinblocker unter der Lupe

NEU-ISENBURG (mal). Die US-Zulassungsbehörde FDA und die EU-Zulassungsbehörde EMEA überprüfen derzeit die Sicherheit der topischen Calcineurin-Hemmer Pimecrolimus und Tacrolimus. Es geht um ein möglicherweise erhöhtes Krebsrisiko. Dermatologen, auch Vertreter von Fachgesellschaften, kritisieren, für Warnungen gebe es "keine wissenschaftliche Rechtfertigung".

Veröffentlicht:

Anlaß für die derzeitige Neubewertung der Sicherheit topischer Calcineurin-Hemmer ist für die FDA die im Februar von einem Beratungs-Gremium geäußerte Empfehlung, in die Zulassungstexte Warnhinweise zu einem möglicherweise erhöhten Risiko für Malignome, etwa Lymphome, aufzunehmen. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Auch die zuständige Kommission bei der EMEA hat im April über das Sicherheitsprofil topischer Calcineurin-Hemmer beraten. Sie sehe derzeit keinen akuten Handlungsbedarf für eine Änderung der Fach- und Gebrauchsinformationen, hat Novartis, Hersteller der Pimecrolimus-Creme Elidel®, bekanntgegeben.

Die Diskussion über eventuelle Krebsrisiken topischer Calcineurin-Hemmer beruhe in erster Linie auf schon länger bekannten tierexperimentellen Studien, in denen die Wirkstoffe oral verabreicht worden seien, so der Hersteller. In klinischen Studien zur Pimecrolimus-Creme seien über 19 000 Patienten, darunter 2600 Säuglinge und Kleinkinder sowie 7300 Kinder mit dem Mittel behandelt worden.

Dabei habe sich keine erhöhte Rate an Malignomen und Lymphomen im Vergleich zur Normalbevölkerung ergeben. Auch seien systemische Effekte bei topisch angewandtem Pimecrolimus durch die allenfalls minimale Absorption in den Kreislauf höchst unwahrscheinlich.

Dieser Ansicht ist etwa auch die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), die sich in einer Stellungnahme entschieden gegen einen Warnhinweis in den Fachinfos der Calcineurin-Hemmer ausspricht. Dafür bestehe keine wissenschaftliche Rechtfertigung, so die DDG.

Die wenigen beobachteten Lymphom-Fälle ließen ebenfalls keinen kausalen Zusammenhang erkennen, "da weder das klinische noch das histologische Bild mit dem von Lymphomen übereinstimmt, welche normalerweise bei immunsupprimierten Patienten zu beobachten sind".

In Deutschland sind die topischen Calcineurin-Hemmstoffe zugelassen als Douglan® Creme, Elidel® Creme, und Protopic® Salbe.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Galenus-Kandidat 2026

Erste orale Akuttherapie beim hereditären Angioödem

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Schutzmechanismus entdeckt?

Warum Krebs im Herzen selten vorkommt

Lesetipps
Eine Frau hat einen kleinen Ventilator in der Hand.

© Marcus Brandt/dpa

Auf einen Blick

Unsere Beiträge zum Thema Hitze in der Übersicht

Darstellung einer Lunge: Farbige 3D-Computertomographie (CT) in axialer Ebene bei interstitieller Lungenerkrankung (ILD).

© K.H. Fung / Science Photo Library

Warnzeichen trockener Reizhusten

Wenn bei Rheuma die Lunge knistert