Direkt zum Inhaltsbereich

Nobelpreisträger plädiert für HBV-Impfung aller Kinder

Veröffentlicht:
Allen Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre wird in Deutschland die Hepatitis-B-Impfung empfohlen.

Allen Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre wird in Deutschland die Hepatitis-B-Impfung empfohlen.

© Foto:AOK-Mediendienst

BOSTON (grue). Er hat sich sein Leben lang im Kampf gegen Hepatitis engagiert und kennt sich mit den Viren aus wie kein Zweiter: Nobelpreisträger Professor Baruch Blumberg. Der Virologe pocht auf Prävention und moderne Therapien, um die Gefahr durch Hepatitis B zu verringern.

Der heute 82-jährige US-Mediziner Blumberg vom Fox Chase Cancer in Philadelphia stieß 1965 zufällig auf ein Protein des später als Hepatitis-B-Virus (HBV) bezeichneten Krankheitserregers. Blumberg deckte danach die Zusammenhänge zwischen HBV-Infektion und akuter Hepatitis auf und erhielt gemeinsam mit dem US-Biologen Daniel Carleton Gajdusek 1976 den Nobelpreis für Medizin. Seine Forschungen hat Blumberg in dem Buch "Hepatitis B: the hunt for a killer virus" dargestellt.

Der Virologe ist auch heute noch gegen Hepatitis B aktiv. Denn zwischen 300 bis 400 Millionen Menschen haben eine chronische HBV-Infektion - häufigste Ursache von Leberzirrhose und hepatozellulärem Karzinom (HCC). In Deutschland sind bei sieben Prozent der Bevölkerung Antikörper (anti-HBc) als Merkmal einer erfolgten HBV-Infektion nachweisbar, etwa eine halbe Million Menschen sind chronisch mit dem Erreger infiziert.

"Um diese Infektion in den Griff zu bekommen, sollten alle Kinder geimpft werden", so Blumberg bei einer Veranstaltung von Bristol-Myers Squibb in Boston. Die WHO propagiert eine solche Impfung seit 1992. Seit 1995 empfiehlt auch die deutsche Impfkommission STIKO die generelle HBV-Impfung für Säuglinge und das Nachholen bei noch ungeimpften Jugendlichen.

Die zweite Maßnahme gegen Hepatitis B sei die moderne Therapie, so Blumberg. In Deutschland gibt es für Patienten mit chronischer HBV-Infektion die Injektionen mit Interferonen und p.o. einzunehmende Nukleos(t)idanaloga. Ein Nuklesidanalogon der neueren Generation ist En-tecavir (Baraclude®). Studiendaten zur Langzeittherapie mit diesem Wirkstoff ergaben, dass die Substanz bei nicht mit Nukleosiden vorbehandelten Patienten auch noch nach vier Jahren effektiv wirke.

Die Analyse bezieht sich auf 146 HBeAg-positive Teilnehmer zweier Entecavir-Studien, die mit 1 mg Entecavir offen weiterbehandelt wurden. Bei dieser Kohorte war bei 91 Prozent der Teilnehmer auch in Woche 192 keine HBV-DNA mehr nachweisbar. Außerdem hatten zu diesem Zeitpunkt 86 Prozent der Patienten normale ALT-Leberwerte. Und nur ein einziger Patient entwickelte eine virale Resistenz.

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter: www.kompetenznetz-hepatitis.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Hepatologie im Wandel

Patienten mit Leberfibrose und -zirrhose bald heilbar?

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Früherkennung von Bluthochdruck

Hypertonie: Wenn die Smartwatch in falsche Sicherheit wiegt

Praxisinventar

So lassen sich Praxen ihre Therapieliege fördern

Lesetipps
Eine ältere Person hält drei Blisterstreifen mit Tabletten zwischen beiden Händen.

© wernerimages / stock.adobe.com

GeriPAIN-Leitlinie

Welche Schmerztherapien eignen sich für geriatrische Patienten?