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Hüfte

Pseudotumoren nach Oberflächenersatz häufig

Wird eine Hüftgelenksarthrose mit einem Oberflächenersatz versorgt, trifft die metallische Kappe des Hüftkopfes auf eine ebenfalls metallische Pfanne. Diese Konstellation kann zu Pseudotumoren führen - und das offenbar oft.

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Trifft die metallische Kappe des Hüftkopfes auf eine ebenfalls metallische Pfanne. kann es zu Pseudotumoren kommen.

Trifft die metallische Kappe des Hüftkopfes auf eine ebenfalls metallische Pfanne. kann es zu Pseudotumoren kommen.

© Nicolas Larento / fotolia.com

GRONINGEN. Der Oberflächenersatz nach der "Birmingham Hip Resurfacing"(BHR)-Methode stellt in der Endoprothetik des Hüftgelenks eine Alternative zur Totalendoprothese dar.

Vorgesehen ist BHR vor allem für jüngere, aktive Patienten mit Arthrose im Endstadium. Der Hüftkopf wird hier gewissermaßen überkront und mit einer Kappe versehen, die Pfanne ersetzt.

Bei den verwendeten Materialien handelt es sich um Metalllegierungen, die Kobalt und Chrom enthalten. Allerdings können sich bei dieser Technik im weiteren Verlauf Pseudotumoren bilden: Läsionen im Weichteilgewebe um die Gelenkplastik, die weder maligne noch infektiöser Natur sind.

Der genaue Mechanismus der Entstehung ist unklar. Doch womöglich stellen die Geschwülste eine immunologische Reaktion auf Metallpartikel dar (J Bone Joint Surg Am 2013 ; 95 (17): 1554-1560).

Pseudotumoren können erhebliche Beschwerden machen

Pseudotumoren können erhebliche Beschwerden in der Leistengegend verursachen. Auch spontane Hüftdislokationen sind beschrieben. Der metallische Abrieb weckt zudem Befürchtungen, es könnte zu systemischen Nebenwirkungen kommen, denn Kobalt wirkt erwiesenermaßen neuro- und kardiotoxisch.

Niederländische Orthopäden und Pathologen um Roel Bisschop von Martini-Krankenhaus in Groningen sind dem Problem der Pseudotumoren nun nachgegangen. An ihrer prospektiven Kohortenstudie waren 125 Patienten mit 143 nach der BHR-Methode operierten Hüften beteiligt.

87,5% der Hüftgelenke waren fünf Jahre nach der Operation noch intakt. Pseudotumoren in der Umgebung fanden sich ausweislich der Computertomogramme bei 28% der Gelenke.

Gut jeder vierte betroffene Patient klagte über Beschwerden: Schmerzen oder ein unangenehmes Gefühl in der Leiste, merkliche Raumforderung oder Parästhesien.

Revisionsoperationen aufgrund von Pseudotumoren waren bei 5,6% der Gelenke nötig. Ein Kobaltspiegel im Serum von mehr als 85 nmol/l sagte die Bildung solcher Tumoren voraus.

"Ernüchternd und sehr beunruhigend" nennt Stuart Goodman von der Stanford University in Kalifornien die Ergebnisse der niederländischen Untersuchung. Gerade die idealen Kandidaten für BHR, also die Jungen und Aktiven, scheinen gefährdet zu sein, Pseudotumoren zu entwickeln.

Goodman rät Ärzten, dieses Thema offen mit Patienten zu diskutieren. (rb)

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