HANNA-Studie

Real-World Daten sprechen für Nivolumab als Therapie von Kopf-Hals-Tumoren

In der nicht-interventionellen Real-World-Studie HANNA wurde Nivolumab bei Patienten mit rezidiviertem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom der Kopf-Hals-Region in verschiedenen Therapielinien geprüft. Ein Kollege präsentierte auf dem diesjährigen Krebskongress in Berlin die finalen Daten.

Dr. Miriam SonnetVon Dr. Miriam Sonnet Veröffentlicht:
90 Prozent der Kopf-Hals-Karzinome im oberen Aerodigestivtrakt (Nasopharynx-, Nasenhaupt-/Nasennebenhöhlen- und Speicheldrüsenkarzinome ausgeschlossen) sind Plattenepithelkarzinome. Für 75 Prozent der Tumore besteht eine Assoziation zu Nikotin- und Alkoholkonsum.

90 Prozent der Kopf-Hals-Karzinome im oberen Aerodigestivtrakt (Nasopharynx-, Nasenhaupt-/Nasennebenhöhlen- und Speicheldrüsenkarzinome ausgeschlossen) sind Plattenepithelkarzinome. Für 75 Prozent der Tumore besteht eine Assoziation zu Nikotin- und Alkoholkonsum.

© Wesley JvR / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Berlin. Nivolumab wurde auf Basis der CheckMate 141-Studie zugelassen als Monotherapie für Patientinnen und Patienten mit rezidiviertem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom der Kopf-Hals-Region (r/m SCCHN), die während oder nach einer platinbasierten Therapie einen Progress erleiden (N Engl J Med. 2016 Nov).

Teilgenommen hatten Erkrankte, die den Checkpoint-Inhibitor in verschiedenen Behandlungslinien erhalten hatten; unter anderem im adjuvanten und primären Setting. Die Ergebnisse besprach Dr. Andreas Dietz von der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig.

Früherer Einsatz mit besserer Prognose assoziiert

Die nicht-interventionelle HANNA-Studie ergänzt die Daten mit Erkenntnissen aus dem klinischen Alltag. 476 Patientinnen und Patienten nahmen daran teil. Sie hatten Nivolumab für ihr r/m SCCHN an einem deutschen Zentrum erhalten – davon 47 Prozent in der Erstlinie und 44 Prozent in der Zweitlinie.

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Vortherapien umfassten Cisplatin (78 Prozent), Fluorouracil (41 Prozent), Carboplatin (30 Prozent), Cetuximab (28 Prozent), Paclitaxel (10 Prozent) und Docetaxel (5 Prozent). 94 Prozent waren lokal bestrahlt und 58 Prozent operiert worden.

Die Prognose fiel für Betroffene, die mit dem Checkpoint-Inhibitor in der ersten Therapielinie behandelt worden waren, günstiger aus als für Erkrankte mit späterer Nivolumab-Therapie: Sie lebten mit median 14,1 Monaten gegenüber 10,6 Monaten tendenziell länger als diejenigen mit einer Behandlung in der zweiten Linie.

Wurde Nivolumab ab der dritten Linie eingesetzt, betrug das mediane Gesamtüberleben (OS) 10 Monate. Auch fiel das mediane OS in der Erstlinie bei platinsensitiven Patienten länger aus als in der platinrefraktären Gruppe (14,8 Monate vs. 10,6 Monate).

Nivolumab wurde gut vertragen, berichtete Dietz, und die Lebensqualität nahm tendenziell zu.

ECOG 0 mit größter Überlebensrate

Für Dietz besonders beeindruckend: Mit zunehmendem ECOG-Status verkürzte sich das mediane OS. Es belief sich auf 36,5 Monate bei ECOG 0, auf 13,5 Monate bei ECOG 1, auf 8,7 Monate bei ECOG 2 und auf 1,9 Monate bei ECOG ≥ 3.

Aufgrund von Komorbiditäten gibt es laut Dietz aber nur sehr wenige Erkrankte mit Kopf-Hals-Tumoren, die einen ECOG von 0 haben. Daher müsse man prüfen, ob möglicherweise der Zustand der Betroffenen durch Prähabilitationsmaßnahmen verbessert werden kann.

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Insgesamt stützen die aktualisierten Real-World-Daten weiterhin Nivolumab als sichere und wirksame Therapie bei einer breiten Population von Patienten mit r/m SCCHN. Dazu zählen auch Personen, die den Checkpoint-Inhibitor in der ersten Therapielinie erhalten hatten. Die Ergebnisse sind weitestgehend konsistent mit denen von CheckMate 141.

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