Direkt zum Inhaltsbereich

Rezeptorblocker erweitert HIV-Therapie

FRANKFURT / M. (ple). Mit dem oral verabreichten Präparat Maraviroc gibt es bald ein neues Therapie-Prinzip für HIV-Infizierte. Der Antagonist verhindert, dass der Aids-Erreger in Zellen eindringen kann, weil er zelluläre Rezeptoren blockiert und nicht den Aids-Erreger selbst. Zulassungsanträge in der EU und den USA sind bereits gestellt.

Veröffentlicht:

In Kombination mit einer optimierten antiretroviralen Basistherapie gelingt es durch Maraviroc, mit bis zu 46 Prozent bei fast jedem zweiten HIV-Infizierten die Virusmenge unter die Nachweisgrenze von 50 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter zu senken.

Wie Professor Gerd Fätkenheuer aus Köln beim 3. Deutsch-Österreichischen Aids-Kongress in Frankfurt / Main berichtet hat, geht das aus den 24-Wochen-Daten der beiden Placebo-kontrollierten Studien Motivate 1 (601 Patienten) und 2 (474 Patienten) hervor. In den Placebo-Gruppen erreichte nur etwa jeder vierte Patient diesen Wert.

Die Studienteilnehmer waren zuvor mindestens ein halbes Jahr lang mit wenigstens einer anderen antiretroviralen Arznei behandelt worden oder hatten Resistenzen gegen mindestens eines der Medikamente. In der Studie erhielten sie zusätzlich Maraviroc oder Placebo, wie Fätkenheuer bei der von Pfizer unterstützten Veranstaltung berichtete.

Maraviroc ist ein CCR5-Antagonist. CCR5 ist ein Korezeptor auf der Zelloberfläche, mit dessen Hilfe HIV in Zellen eindringt. Mehr als 80 Prozent der Patienten haben den Rezeptor. Nur diese Patienten profitieren von Maraviroc. Deshalb ist vor der Therapie ein Test auf CCR5 erforderlich.

Das Test-Ergebnis kann nach Angaben des Virologen Professor Lutz Gürtler aus Greifswald bereits nach einer Woche vorliegen. Ein bisher genutzter Test in den USA benötigt vier bis sechs Wochen. Nach Angaben von Fätkenheuer wird das Präparat bald innerhalb eines EA-Programms (expanded access program, erweitertes Zugangsprogramm) in Deutschland verfügbar sein. Die Zulassung werde Ende des Jahres erwartet.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Krafttraining bis zur Erschöpfung

„Adonis-Komplex“: Was Ärzte beim Verdacht auf Muskeldysmorphie tun können

Lesetipps
Auswahl an gesunden pflanzlichen Lebensmitteln: Superfoods, verschiedene Obstsorten und Beeren, Nüsse und Samen.

© alicja neumiler / stock.adobe.com

Gepoolte Studien-Analyse

Vegetarische Ernährung und Krebsrisiko: Nicht immer ist pflanzlich besser!