Schilddrüsen-Ca

Risikofaktor Klima?

Wer in kalten Regionen wohnt, hat ein erhöhtes Risiko für Schilddrüsenkrebs. Das legt eine epidemiologische Studie aus den USA nahe.

Veröffentlicht:

NEW YORK. Die Inzidenz von Schilddrüsenkrebs hat in den USA zwischen 1988 und 2005 deutlich zugenommen. Die Exposition zu ionisierenden Strahlen ist dabei der am besten etablierte Umweltfaktor.

Auch die nicht ionisierende Strahlung von Mobiltelefonen wurde mit der steigenden Rate an Schilddrüsenkrebs in Zusammenhang gebracht. Zudem gibt es für die Gesamt-Krebsrate eine positive Korrelation zum Breitengrad, auf dem Betroffene leben und eine inverse Korrelation zur Außentemperatur. Die Ursache dafür ist unklar.

Wie die Temperatur mit der Inzidenz von Schilddrüsenkrebs zusammenhängt, haben US-Forscher untersucht (Clin Thyroidol 2014; 26: 273-276). Dazu haben Dr. Steven Lehrer und sein Kollege Dr. Kenneth Rosenzweig vom Mount Sinai Krankenhaus in New York mehrere Datenbanken herangezogen.

Darunter sind Krebsregister, aber auch Datenbanken zu Klima, Temperatur oder Nutzung von Mobiltelefonen. Die Analyse erfolgte für sämtliche Formen von Schilddrüsenkrebs bei weißen US-Amerikanern. Die Daten für Schwarze und Latinos waren unvollständig.

Umgebungstemperatur könnte Schilddrüsenaktivität beeinflussen

Die Ergebnisse: Es gab einen leichten, aber signifikanten Zusammenhang zwischen der Inzidenz von Schilddrüsenkrebs und der Handynutzung.

Unabhängig davon fanden die Forscher eine negative Korrelation zwischen der Temperatur und der Rate an Schilddrüsenkrebs: In einem kalten Bundesstaat wie etwa Alaska zu leben, verdoppelt demnach das Risiko für Schilddrüsenkrebs - verglichen mit einem warmen Bundesstaat wie Texas.

Die Ergebnisse suggerierten, dass warmes Klima einen protektiven Effekt auf die Entwicklung von Schilddrüsenkrebs habe, schreiben die Forscher und geben auch gleich mögliche Erklärungen dazu. Eine lautet: In warmen Gegenden würden die Menschen stärker schwitzen und daher auch mehr trinken.

Die Theorie sei, dass im Trinkwasser eine krebsprotektive Komponente enthalten ist. Allerdings habe bisher niemand solche antikarzinogenen Eigenschaften von Wasser nachgewiesen.

Die zweite, plausiblere These lautet, dass die Umgebungstemperatur die Schilddrüsenaktivität beeinflusst. Diese sei unter kalten Umweltbedingungen hochreguliert. (hub)

Auch 2015 gibt es wieder eine Schilddrüsenwoche. Sie findet vom 20. bis 24. April statt. Mehr Infos unter: www.infoline-schilddruese.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sie fragen – Experten antworten

Brustkrebspatientin gegen Herpes zoster impfen?

Humane Papillomviren

Lässt sich Menstruationsblut für die Krebsfrüherkennung nutzen?

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Durvalumab im Real-World-Vergleich

© Springer Medizin Verlag

ED-SCLC

Durvalumab im Real-World-Vergleich

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Versteckte Zucker

Wie Fruktose den Nieren schadet

Lesetipps
Urinprobe für Harnsäuretests im Labor zur Feststellung von Anomalien im Urin.

© kittisak / stock.adobe.com

Treat-to-Target-Strategie

Gicht: Mit der Harnsäure sinkt auch das kardiovaskuläre Risiko