Sartane unterbrechen Entzündungsvorgänge an den Gefäßen

HANNOVER (grue). Angiotensin-Rezeptorblocker drosseln die Produktion von Angiotensin II und senken dadurch den Blutdruck. Offenbar können sie aber auch entzündliche Prozesse am Gefäßendothel stoppen, die ebenfalls durch Angiotensin angestoßen werden.

Veröffentlicht:

Hohe Angiotensin-II-Spiegel führen in den Gefäßen zu einer Mikroentzündung mit vermehrter Ausschüttung entzündlicher Zytokine. Außerdem lockert sich durch die Einwirkung des Gewebehormons das Bindegewebe, und die Gefäßwand wird dicker. Diese Umbauvorgänge gelten als Vorstufe einer Atherosklerose und können durch Angiotensin-Rezeptorblocker offenbar verhindert oder zumindest aufgehalten werden.

Wie das funktioniert, hat Professor Hermann Haller von der Medizinischen Hochschule Hannover bei einer Veranstaltung des Unternehmens Bayer erläutert. Die Gefäße werden durch die schädliche Wirkung von Angiotensin II zunächst starr, wodurch sich die Blutdruckamplitude erhöht. Dieser als Pulse Pressure bezeichnete Parameter ist im höheren Lebensalter ein Risikofaktor für kardiovaskuläre Komplikationen. Pulsdrucke über 65 mmHg sind ebenso gefährlich wie eine isolierte systolische Hypertonie.

In Studien war aufgefallen, daß Angiotensin-Rezeptorblocker (ARB) den Pulsdruck im Mittel um 45 Prozent senken und dabei stärker wirken als andere Antihypertensiva. Besonders effektiv war Telmisartan (vom Unternehmen als Kinzal® angeboten), das auch die Pulswellengeschwindigkeit senkt. "ARB bremsen den Gefäßumbau, indem sie die Zytokinausschüttung stoppen", so Haller.

Das gelte zumindest für die proinflammatorischen Zytokine IL-6 und TNF-alpha, deren Konzentrationen innerhalb von sechs Wochen nach Therapiebeginn fallen. Auch die überschießende Produktion von Fibronectin, einem Matrixbestandteil, werde gebremst. "Wir vermuten, daß sich dadurch die Gefäßelastizität verbessert", so Haller. Über die Bestimmung des Gefäßresistenzindex soll in einer weiteren Studie der Effekt von Telmisartan bestätigt werden.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Nutzen durch randomisierte Studie belegt

Qigong-Übungen senken erhöhten Blutdruck

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Prof. Dr. Christoph Liebetrau, Cardioangiologisches Centrum Bethanien (CCB), Frankfurt am Main

© [M] Privat; psdesign1 / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

So wird der Troponin-I-Wert in der Praxis genutzt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Abbott GmbH
Abb. 1: Wirkmechanismus von Riociguat

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [3]

Pulmonale Hypertonie

Riociguat: seit fünf Jahren zugelassen bei CTEPH und PAH

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MSD SHARP & DOHME GmbH, Haar
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Beratung in der Arztpraxis

Sicher mit Kindern verreisen: So geht‘s

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?