Demenz

"Schon bei mildem Alzheimer Pharmakotherapie einleiten!"

FRANKFURT AM MAIN (nsi). Bei Verdacht auf eine Alzheimer-Demenz können psychometrische Tests die Diagnostik unterstützten. Wird eine Demenz diagnostiziert, sollten Hausärzte, selbst bei nur leicht ausgeprägter Erkrankung, eine Pharmakotherapie einleiten.

Veröffentlicht: 12.04.2006, 08:00 Uhr

Diese Therapie sollte mit nicht-medikamentösen Maßnahmen kombiniert werden. Darauf haben jetzt erneut Demenz-Experten bei einer von Eisai und Pfizer unterstützten Veranstaltung in Frankfurt am Main hingewiesen.

Sind bei alten Patienten, die über Vergeßlichkeit klagen, die mentale Fähigkeiten nur altersgemäß reduziert? Oder handelt es sich um das Frühstadium einer Alzheimer-Demenz? Schon mit dem Mini-Mental-Status-Test, dem DemTect- und dem Uhren-Test könnten Hausärzte die Verdachtsdiagnose mit fast 90prozentiger Sicherheit stellen, so Professor Lutz Frölich aus Mannheim.

"Das neuropsychologische Screening, die Anamnese, eventuell auch mit Hilfe von Angehörigen, eine Untersuchung auf Depressionen und Labortests sind obligate Bestandteile der Diagnostik", erinnerte der Gerontopsychiater am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit.

Bei fünf bis 25 Prozent der Patienten, die mit Demenz-Symptomen zum Hausarzt kommen, sind Ursachen dieser Symptome: Schilddrüsen-Funktionsstörungen, Infektionen (Borrelien, HIV), Medikamenteneffekte oder Dehydrierung - letztere vor allem bei akuter Verwirrung ohne Halluzinationen.

Um leichte kognitive Störung von einer Demenz abzugrenzen, sei es auch wichtig, auf die Alltagskompetenz zu achten, so Frölich.

"Wenn der Patient eine Demenz hat, selbst in leichter Ausprägung, sollten Hausärzte eine Pharmakotherapie einleiten und diese mit nicht-medikamentösen ambulanter oder teilstationärer Betreuung kombinieren", rät Frölich. Nur mit einer Soziotherapie entfalteten Arzneimittel eine optimale Wirkung.

Einen gesicherten Effekt haben bei mildem bis mittelschwerem M. Alzheimer Cholinesterasehemmer wie Donepezil (Aricept®), so Professor Matthias Riepe von der Charité Berlin. Diese Substanzen gehörten nach Einschätzung von neurologischen und psychiatrischen Fachgesellschaften sowie der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft zu den Mitteln der ersten Wahl.

Ziel der Therapie ist es, die kognitive Leistungsfähigkeit zu verbessern, die Betreuung zu erleichtern, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und den Übergang von häuslicher Pflege zu Heimpflege zu verzögern.

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