Direkt zum Inhaltsbereich

Schrittmacher punktet bei leichter Herzinsuffizienz

MÜNCHEN (wst). Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz und ventrikulärer Dyssynchronie profitieren bekanntlich bei Prognose und Lebensqualität von einer Kardialen Resynchronisationstherapie (CRT). Neu ist, dass die Schrittmachertechnik bereits für Patienten mit leichter Herzinsuffizienz und einem gestörten Zusammenspiel der Herzkammern von Nutzen ist.

Veröffentlicht:

Belegt wurde der Nutzen dieser Schrittmachertherapie in der REVERSE*-Studie. Das hat Professor Andreas Schuchert aus Neumünster aus Anlass des Symposiums "Aktuelle Kardiologie" in München betont.

Wie er in seinem Rückblick zu den Highlights beim US-amerikanischen Kardiologen-Kongress (ACC) in Chicago berichtete, waren in die Studie REVERSE insgesamt 610 Patienten mit einer Herzinsuffizienz der NYHA Stadien I oder II und ventrikulärer Dyssynchronie mit einem verbreiterten QRS-Komplex von 120 ms und mehr aufgenommen worden. Zusätzlich zu einer optimierten medikamentösen Therapie bekamen alle Patienten einen Schrittmacher mit CRT-Funktion implantiert. Der Schrittmacher war allerdings nur bei 419 Studienteilnehmern aktiviert. Die anderen 191 Patienten mit deaktiviertem CRT-Schrittmacher dienten als Placebo-Gruppe.

Therapie senkt das Risiko für stationäre Behandlung.

Als primärer Endpunkt war eine Kombination aus Mortalität, Krankenhausaufnahme und Veränderung in der NYHA-Klasse definiert, wie Schuchert bei der von MSD und Essex Pharma unterstützten Veranstaltung berichtete. Danach hatte sich im Verlauf von zwölf Monaten in der Gruppe mit ausgeschaltetem CRT-Schrittmacher die klinische Situation bei 40 Prozent der Patienten verbessert, bei 39 Prozent war sie gleich geblieben, und bei 21 Prozent hatte sie sich verschlechtert.

Unter den Patienten mit aktiviertem CRT-Schrittmacher war dagegen im gleichen Zeitraum bei 54 Prozent eine Verbesserung, bei 30 Prozent ein gleich gebliebener klinischer Status und nur bei 16 Prozent eine Verschlechterung zu verzeichnen. Im Verlauf der zwölf Studienmonate mussten fast zehn Prozent der Patienten mit deaktivierter CRT-Funktion wegen Herzinsuffizienz stationär aufgenommen werden. Dagegen war in der Gruppe mit aktivierter CRT-Funktion der Anteil jener Patienten, die stationär betreut werden mussten, im gleichen Zeitraum weniger als halb so groß.

Um die Herzinsuffizienz-Progression zu bremsen, ist es der REVERSE-Studie zufolge somit offenbar sinnvoll, Patienten mit Linksschenkelblock bei einer QRS-Breite von mindestens 120 ms unabhängig vom Stadium der Herzinsuffizienz mit einem CRT-Schrittmacher zu versorgen.

*REVERSE: Resynchronization reverses Remodeling in Sytemic left ventricular Dysfunction

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Galenus-Kandidat 2026

Weniger Herzinsuffizienz-Ereignisse bei HFpEF/HFmrEF

Galenus-Kandidat 2026

RNA-Interferenz bei kardialer ATTR-Amyloidose

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Haustiere

Kasuistik: Was passieren kann, wenn der Hund die Wunde ableckt

Patienten häufig überwässert

Praxistipps zur Hyponatriämie: „Trinken nur bei Durst!“

Lesetipps
Ein Kleinkind kratzt an einem juckenden Ausschlag in der Nabelregion.

© shangarey / stock.adobe.com

Hausärztin gibt Tipps

Darauf ist in der Kommunikation mit Skabies-Patienten zu achten

Nicht alles können Ärzte in der Rheumatologie delegieren – die strukturierte Vorbereitung einer Anamnese allerdings schon.

© auremar / stock.adobe.com

Aufgabenteilung

Wie Delegation in der Rheumatologie funktionieren kann

Eine Frau hat einen kleinen Ventilator in der Hand.

© Marcus Brandt/dpa

Auf einen Blick

Unsere Beiträge zum Thema Hitze in der Übersicht