Sport bei Krebs - wie viel tut den Patienten gut?

Krebskranke profitieren von Sport, etwa gegen Fatigue. Präventivmediziner empfehlen nun den Patienten vermehrt körperliche Aktivität - am besten in Studien.

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Krebspatienten, die Sport machen, fühlen sich insgesamt besser, sind leistungsfähiger und leiden unter weniger Nebenwirkungen.

Krebspatienten, die Sport machen, fühlen sich insgesamt besser, sind leistungsfähiger und leiden unter weniger Nebenwirkungen.

© NCT Heidelberg

HEIDELBERG (bd/ple). Jüngste Empfehlungen zu Sport bei Krebspatienten gibt es seit Mitte des Jahres vom "American College of Sports Medicine", das dazu Leitlinien auf der Basis einer Metaanalyse veröffentlicht hat.

"Nach gegenwärtigem Forschungsstand kann Sport für Krebspatienten allgemein empfohlen werden", sagte Professor Cornelia Ulrich aus Heidelberg bei einer Internationalen Tagung in Heidelberg zu Energiebilanz, Sport und Krebs. Wieviel Sport und welche Sportart bei welcher Krebserkrankung tatsächlich sinnvoll ist, das müsse jedoch noch erforscht werden.

Auf diesem Gebiet werden daher Wissenschaftler des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) und des Deutschen Krebsforschungszentrums ( DKFZ) in Heidelberg mit US-Kollegen stärker zusammenarbeiten, wie Ulrich sagte. Sie ist Direktorin für Präventive Onkologie am NCT in Heidelberg.

Privatdozentin Karen Steindorf, Mitorganisatorin der Tagung betonte jedoch: "Wir raten dringend davon ab, sich während einer Krebsbehandlung zu überfordern. Deshalb lassen wir unsere Patienten im Regelfall innerhalb wissenschaftlicher Studien am NCT ausschließlich unter speziell geschulter Anleitung trainieren."

Außer den molekularen Mechanismen der Krebsentstehung gelte es nun, die Lebensstilfaktoren in der Krebsforschung stärker als bisher zu berücksichtigen, bekräftigte Professor Robert Croyle vom National Cancer Institute in Bethesda im US-Staat Maryland.

Das Institut finanziert eine Forschungsinitiative zu den Bereichen Sport, Bewegung und Gewichtsreduktion für die Prävention und Therapieunterstützung bei Krebspatienten mit insgesamt 54 Millionen US-Dollar. "Da müssen wir in Deutschland einiges aufholen", betonte Ulrich.

Am NCT wird derzeit die Auswirkung von körperlicher Aktivität auf den Verlauf einer Krebserkrankung in Studien geprüft. So wird etwa in der BEATE-Studie der Effekt eines strukturierten gezielten Krafttrainings bei Frauen mit Brustkrebs während der adjuvanten Chemotherapie auf die Fatigue überprüft.

Das ist eine randomisierte und kontrollierte Interventionsstudie. Krebspatienten am NCT wird darüber hinaus ein umfassendes Kraft- und Bewegungstraining unter sportwissenschaftlicher Leitung angeboten, wie Dr. Joachim Wiskemann, der wissenschaftliche Koordinator von "Sport und Krebs" an dem Heidelberger Institut, berichtete.

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