Telemedizin bringt Diabetikern Vorteile

MÜNCHEN (sto). Diabetiker, die zusätzlich zur ärztlichen Versorgung auch noch telemedizinisch betreut werden, müssen seltener ins Krankenhaus. Und wenn dennoch ein stationärer Aufenthalt notwendig ist, ist die durchschnittliche Verweildauer erheblich kürzer.

Veröffentlicht:

Das zeigen erste Ergebnisse aus dem Diabetiva®-Programm der PHTS Telemedizin GmbH aus Düsseldorf. In einem Projekt mit der BKK Taunus lag die Zahl der Krankenhauseinweisungen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und manifester mikro- oder makrovaskulärer Erkrankung nach einem halben Jahr zusätzlicher telemedizinischer Betreuung etwa 20 Prozent niedriger als in der Kontrollgruppe. An dem Programm nehmen derzeit 600 bei der BKK Taunus versicherte "Hochrisiko-Diabetiker" teil.

Auch die Compliance verbessert sich.

Zwar waren die durchschnittlichen Arzneimittelausgaben einschließlich der Ausgaben für Teststreifen bei den telemedizinisch betreuten Patienten um 393 Euro oder knapp 43 Prozent höher als in der Kontrollgruppe, berichtete Cordula Gierg, Direktorin der Taunus BKK, beim Diabetes-Kongress in München.

Dem standen jedoch Einsparungen durch weniger und kürzere Krankenhausaufenthalte in Höhe von 2273 Euro pro Patient gegenüber. Auch unter Berücksichtigung der Ausgaben für die zusätzliche telemedizinische Betreuung sei das Programm erfolgreich. "Unsere Erwartungen wurden deutlich übertroffen", sagte Gierg.

Die höheren Arzneimittelausgaben seien ein Indikator, dass sich die Patienten insgesamt besser an die Therapievorgaben ihrer behandelnden Ärzte hielten und ihre Medikamente regelmäßiger einnahmen, erklärte Gierg. Dank der telemedizinischen Betreuung habe sich die Versorgungsqualität verbessert.

Zugleich seien mit dem Diabetiva®-Programm auch positive Erfahrungen bestätigt worden, die die BKK Taunus bereits seit 2005 mit der telemedizinischen Betreuung von chronisch und akut kranken Herzpatienten gesammelt hat, betonte Grieg.

Mehr zum Thema

Im Vorfeld des Deutschen Diabetes Kongresses

Fachgesellschaft: Diabetologie muss bei Klinikreform mitgedacht werden

„Bedrohliche Pflegeplatzlücke“

Pflegeverband sorgt sich um die Versorgung in Altenheimen

Kardiorenaler Schutz bei Typ-2-Diabetes mit chronischer Nierenerkrankung

Frühe Diagnostik und leitliniengerechte Risikosenkung

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Umstellung auf Living Guideline

S3-Leitlinie zu Pankreaskrebs aktualisiert

Lesetipps
Gefangen in der Gedankenspirale: Personen mit Depressionen und übertriebenen Ängsten profitieren von Entropie-steigernden Wirkstoffen wie Psychedelika.

© Jacqueline Weber / stock.adobe.com

Jahrestagung Amerikanische Neurologen

Eine Frage der Entropie: Wie Psychedelika bei Depressionen wirken

Gesundheitsminister Lauterbach hat angekündigt, den Entwurf für die Klinikreform am 8. Mai im Kabinett beraten lassen zu wollen. 

© picture alliance / Geisler-Fotopress

Großes Reformpuzzle

So will Lauterbach den Krankenhaus-Sektor umbauen