Trauma, Regen, Hunger: Die Not der Erdbeben-Überlebenden auf Java

YOGYAKARTA (dpa). Vier Tage nach dem Erdbeben auf der indonesischen Insel Java ist die Zahl der Toten auf mehr als 5800 gestiegen. Nach Mitteilung des indonesischen Sozialministeriums vom Mittwoch kamen bei dem Erdstoß der Stärke 6,2 mindestens 5846 Menschen ums Leben. Helfer schätzen die Zahl der Verletzten auf 22 000.

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Zwar treffen auf dem Flughafen von Yogyakarta seit Montag ständig dringend benötigte Güter wie Zelte und Nahrungsmittel ein. Doch sie auch zu jenen zu schaffen, die weit weg von Yogyakarta das Beben überlebten, ist etwas anderes. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen berichten von Straßen, die vom Tropenregen so durchweicht sind, daß Lastwagen nur langsam vorankommen.

Und auch am Tag drei nach der Katastrophe fehlt es trotz der Ankunft vieler indonesischer und internationaler Einsatzkräfte überall noch an helfenden Händen. "Unsere oberste Priorität ist die Verteilung von Hilfsgütern in schwer getroffenen Gebieten wie im Bezirk Bantul", sagt Bowo, Mitarbeiter der staatlichen Erdbeben-Einsatzgruppe, der wie viele Indonesier nur einen Namen hat. "Aber wir brauchen mehr Personal."

"Wir haben gestern sieben Kilogramm Reis für 300 Leute bekommen", klagt Sugeng, Bewohner des Dorfes Mranggen im Bezirk Bantul. "Wenn es nicht bald Lebensmittel kommen, müssen wir unsere Kinder mit Kochwasser füttern."

Und dann der Regen, der seit drei Nächten auf die Überlebenden herabprasselt, die ihr Dach über dem Kopf verloren haben, oder noch nicht wagen, nach Hause zurückzukehren. Viele schützt nur notdürftig eine Plastikplane, noch sind nicht genug Zelte eingetroffen. "Das Wetter macht das Leben der Opfer sehr schwierig, zumal sie auf der Straße leben oder im Schutt ihrer Häuser", sagt der Sprecher des Welternährungsprogramms WFP, Paul Risley.

"Die Leute sitzen phlegmatisch herum", sagt Volker Stapke vom Malteser Hilfsdienst, der am Dienstag mit der Versorgung der Erdbebenopfer in Bantul begonnen hat. Den ganzen Tag brachte Stapke im Dorf Piyungan zu, wo vorher noch keine Hilfe eingetroffen war: "350 Schwerverletzte, Zerstörung - alles katastrophal", berichtet der Projektkoordinator der Malteser auf Java.

"Es gibt ein großes Trauma-Problem", sagt Stapke. Viele der Verletzten müßten erst überredet werden, in Kliniken zu gehen, weil sie sich noch nicht in Gebäude trauten. Dabei sei es enorm wichtig, daß die Verletzten, vor allem jene mit Knochenbrüchen, vernünftig behandelt werden. "Es kann sonst zu Infektionen oder bis zur Verkrüppelung kommen. Da ist es mit einfachem Schienen nicht getan", sagt der Koordinator.

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