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Von Chikungunya bis Zoster - neue Impfstoffe für Reisende

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Eine Zellkultur zur Impfstoffproduktion wird untersucht.

Eine Zellkultur zur Impfstoffproduktion wird untersucht.

© Foto: Sanofi Pasteur

BERLIN (eis). Viele neue Impfstoffe werden in den kommenden Jahren die Reisemedizin bereichern. Das Spektrum reicht von einem Zoster-Impfstoff über neue konjugierte Vakzinen gegen Meningokokken bis zu einem europäischen Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis. Weitere Impfstoffe etwa gegen Chikungunya und Hepatitis E sind bereits in fortgeschrittenen Phasen der klinischen Entwicklung.

Unterschätzt wird die Schutzwirkung des verfügbaren Cholera-Impfstoffs (Dukoral®) zur Durchfallprophylaxe. Das hat Privatdozent Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf berichtet. So belegten Studiendaten außer guter Wirksamkeit gegen Cholera auch einen Schutz gegen enterotoxische E. coli (ETEC). Bis zu 40 Prozent der Reisedurchfälle ließen sich damit nach Studiendaten verhindern, so der Tropenmediziner beim 9. Forum Reisen und Gesundheit in Berlin. Patienten mit erhöhtem Durchfallrisiko, etwa bei Therapie mit Protonenpumpenhemmern, könne die Impfung zur Reise-Prophylaxe angeboten werden.

Zoster-Impfstoff kommt wahrscheinlich erst 2009

Auch der bereits in Deutschland zugelassene Zoster-Impfstoff für Menschen ab 60 Jahre sei künftig bei der reisemedizinischen Beratung anzusprechen. In Studien ließen sich damit etwa die Hälfte aller Zoster-Erkrankungen verhindern und zwei Drittel aller postherpetischen Neuralgien. Die Vakzine ist in den USA, in Österreich und der Schweiz bereits unter dem Handelsnamen Zostavax® auf dem Markt. Da der Hersteller Probleme bei der Ausweitung der Produktion habe, sei aber mit dem Impfstoff in Deutschland erst 2009 zu rechnen, sagte Jelinek.

Bereits dieses Jahr wird mit der Zulassung eines europäischen Impfstoffs gegen das japanische Enzephalitis Virus (JEV) gerechnet. Bisher können in Deutschland nur JEV-Impfstoffe über internationale Apotheken bezogen werden. Der neue Totimpfstoff (vorgesehener Handelsname: Ixiaro®) sei im Vergleich zu bisherigen Vakzinen immunogener. Die Impfung ist bei Rucksackreisenden in ländliche Regionen Asiens zu erwägen. Nach Angaben von Jelinek leben in Asien etwa drei Milliarden Menschen in JEV-Endemiegebieten.

Zum Schutz gegen Meningokokken-Meningitis sind weitere konjugierte Impfstoffe in Sicht und zwar Kombinationen gegen die Serotypen ACWY. Für einen Impfstoff gegen den in Deutschland dominierenden Typ B sei gerade in einer Phase-II-Studie eine Schutzwirkung von 92 bis 100 Prozent nach drei Dosen ermittelt worden. Dieser könnte vielleicht 2011 auf den Markt kommen.

Intensiv werde auch an Impfstoffen gegen Dengue-Fieber geforscht. Das Problem sind hier die inzwischen weltweit vorkommenden vier Serotypen der Erreger. Nach durchgemachter erster Krankheit kann es durch "immune enhancement" bei einer zweiten Infektion mit einem unterschiedlichen Serotypen zu schweren hämorrhagischen Verläufen kommen. Von den Impfstoffen wird daher eine hohe Sicherheit verlangt. Das Unternehmen GSK setze dabei in Kooperation mit dem Walter Reed Army Institute of Research auf einen attenuierten Lebendimpfstoff. Von Sanofi Pasteur werde ein Totimpfstoff erforscht. Frühestens 2011 sei mit einer Vakzine zu rechnen.

Chikungunya-Vakzine haben US-Miltärs entwickelt

Bereits in einer Studie der Phase III ist ein Impfstoff gegen Hepatitis E mit hoher Schutzwirkung. Die Impfung ist für viele Reiseländer relevant.

Ein Impfstoff gegen Chickungunya-Fieber wird ebenfalls bereits in Phase-III-Studien geprüft. Der Lebendimpfstoff war in den 90er Jahren von US-Militärs entwickelt worden. Da es inzwischen in Asien gehäuft zu Epidemien kommt und es sogar in Italien einen Ausbruch gegeben hat, soll die Vakzine jetzt in Kooperation mit Sanofi Pasteur zur Marktreife gebracht werden.

Infos zu Reise-Impfungen unter der Adresse www.crm.de

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