Weniger Blutungen im ganzen GI-Trakt mit Coxib

AMSTERDAM (gvg). Gastrointestinale Komplikationen einer Therapie mit traditionellen nicht-steroidalen Antirheumatika (tNSAR) können durch Protonenpumpen-Hemmer (PPI) reduziert werden. Probleme gibt es dabei jedoch im unteren Gastrointestinaltrakt und bei der Compliance.

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"Ein Protonenpumpen-Hemmer kann nur dann gastrointestinale Komplikationen von tNSAR verhindern, wenn die Therapietreue mindestens bei 80 Prozent liegt", sagte der Internist Professor Bernd Simon von der Universität Heidelberg bei einem Kongress in Amsterdam. Das werde aber nur selten erreicht.

Untersuchungen hätten ergeben, dass nur 35 bis 40 Prozent aller Patienten mit hohem gastrointestinalen Risiko - etwa Alter über 60, Magenulzera in der Anamnese - bei der Therapie mit einem tNSAR einen PPI erhielten. Eine Alternative sieht Simon in selektiven Cox-2-Hemmern, bei denen auf den zusätzlichen PPI verzichtet werden kann.

Die Substanzen seien bei besserer gastrointestinaler Verträglichkeit im Hinblick auf die Schmerzlinderung mindestens so effektiv wie traditionelle NSAR, so Simon auf der von dem Unternehmen Novartis unterstützten Veranstaltung.

Einen Vorteil der Coxib-Therapie im Vergleich zur Kombination aus traditionellem NSAR und PPI sieht der Internist darin, dass Coxibe die Symptom-Rate auch im unteren GI-Trakt vermindern. "Dort ereignet sich etwa ein Drittel aller schweren gastrointestinalen Ereignisse", so Simon.

In Untersuchungen mit Videokapsel-Endoskopie sei zudem gezeigt worden: Patienten, die 14 Tage lang ein tNSAR plus PPI erhalten, entwickeln zehnmal mehr Läsionen im unteren GI-Trakt als jene, die stattdessen ein Coxib einnahmen.

Eine entsprechende Studie für den neuen Cox-2-Hemmer Lumiracoxib von Novartis laufe, so Simon. Die Patienten erhalten entweder den Cox-2-Hemmer oder Naproxen plus Omeprazol. Ermittelt wird der Anteil von Patienten mit mindestens einer zusätzlichen Läsion im unteren GI-Trakt. Lumiracoxib (Prexiga®) ist seit Anfang des Jahres in Deutschland auf dem Markt.

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