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Depression

Wenn der Blick vernebelt ist

Depressive Menschen nehmen Schwarz-Weiß-Kontraste schlechter wahr als Gesunde. Mit dem Abklingen der Depression verschwindet diese Beeinträchtigung wieder.

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Vernebelt: Schlechte Stimmung?

Vernebelt: Schlechte Stimmung?

© Klaro

FREIBURG (eb). Depression und Melancholie werden in Kunst und Literatur schon immer in Farben visualisiert: Grau und Schwarz sind die Farben, die für diese negativen Stimmungen stehen.

Im Englischen wird die niedergedrückte Stimmung mit der Farbe Blau in Verbindung gebracht, etwa wenn ein deprimierter Mensch sagt: "I'm feeling blue".

Dass sich hinter diesen Sprachbildern auch eine empirische Wirklichkeit versteckt, hat nun eine Arbeitsgruppe am Uniklinikum Freiburg mit Wissenschaftlern aus Psychiatrie, Psychotherapie und Augenheilkunde herausgefunden, teilt das Universitätsklinikum Freiburg mit.

Depressive nehmen Kontraste schlechter wahr

Schon bei früheren Untersuchungen hätten die Forscher entdeckt, dass depressive Menschen Schwarz-Weiß-Kontraste schlechter wahrnehmen als Gesunde.

In einer 2010 veröffentlichten Studie hätten die Freiburger Wissenschaftler mittels einer objektiven elektrophysiologischen Methode, die - ähnlich wie ein EKG am Herzen - den Zustand der Netzhaut erfasst, die Antwort der Netzhaut auf alternierende Schachbrettmuster mit unterschiedlichen Kontrasten bei depressiven und gesunden Menschen untersucht.

Es ergaben sich hoch signifikante Unterschiede: Depressive Menschen zeigen eine deutlich geringere Reaktion der Netzhaut auf diese optischen Reize.

Subjektiver Zustand der Depression wird messbar

In einer nun im British Journal of Psychiatry (BJ Psych 2012, online 14. Juni) veröffentlichten weiteren Studie konnten dieselben Autoren nachweisen, dass sich die auffälligen Signale nach Abklingen der Depression wieder normalisierten.

Das bedeute, dass sich die beeinträchtigte Kontrastwahrnehmung der Netzhaut nach Besserung der Depression normalisiere und nach objektiven Kriterien gemessen werden konnte, heißt es in der Mitteilung des Universitätsklinikums.

Sollten sich diese Untersuchungsbefunde in weiteren Studien bestätigen, stünde mit dieser Methode ein Verfahren zu Verfügung, mit dem auf objektive Art und Weise der eigentlich subjektive Zustand der Depression gemessen werden könnte.

Dies könne weit reichende Auswirkungen nicht nur auf die Depressionsforschung, sondern auch auf die Diagnose und Therapie von depressiven Zuständen haben.

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