Vorboten von Arthrose

Wenn es im Knie knirscht

Krepitation und Patellaschmerz sind einer niederländischen Studie zufolge bei Frauen mittleren Alters erste klinische Hinweise auf eine Läsion im Patellofemoralgelenk. Sind sie möglicherweise in der Frühdiagnostik der Arthrose nützlich?

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Bei Patientinnen mit Patellaschmerz in der Vorgeschichte fanden sich alle typischen Hinweise überdurchschnittlich häufig im MRT.

Bei Patientinnen mit Patellaschmerz in der Vorgeschichte fanden sich alle typischen Hinweise überdurchschnittlich häufig im MRT.

© Hemera / Thinkstock

ROTTERDAM. In früheren Jahren konzentrierte sich die Forschung im Bereich der Kniegelenksarthrose vor allem auf das Tibiofemoralgelenk (TFG). Doch in den letzten Jahren wird immer deutlicher, welche wichtige Rolle hier auch das Patellofemoralgelenk (PFG) spielt.

Dieuwke Schiphof und Kollegen vom University Medical Center in Rotterdam suchten in einer Subgruppe der Rotterdam Study nach Zusammenhängen zwischen frühen klinischen Zeichen und MRT-Befunden bei Frauen zwischen 45 und 60 Jahren, die die Kriterien für eine Kniegelenksarthrose noch nicht erfüllten (Osteoarthr Cartil 2014; online 14. Februar).

Als patellofemorale Arthrose wurden eindeutige Osteophyten und der teilweise oder komplette Knorpelverlust in Patella bzw. Trochlea gewertet. Eine Kniearthrose wurde dann diagnostiziert, wenn sich diese mittels MRI im Patellofemoral- und/oder im Tibiofemoralgelenk nach den vorgegebenen Kriterien bestätigt hatte.

Bei 180 der 888 Frauen im Durchschnittsalter von 55 Jahren und einem mittleren BMI von 27 kg/m2 zeigten sich im MRT bereits klare Arthrosezeichen im Tibiofemoral- und/oder im Patellofemoralgelenk.

Bei 6,2 Prozent der Probandinnen waren diese Hinweise nur im PFG sichtbar, bei 8,2 Prozent nur im TFG. Bei 5,9 Prozent der Frauen zeigte sich die Arthrose in beiden Gelenken.

Unter den 824 Frauen, die die Kriterien für eine PF- oder TF-Arthrose noch nicht erfüllten, waren dennoch bei 15 Prozent im MRT Knorpeldefekte und bei 25 Prozent Osteophyten im PF-Gelenk erkennbar. Im TF-Gelenk fanden sich bei der MRT-Untersuchung bei 10 Prozent Knorpelschäden und bei 24 Prozent Osteophyten.

Odds Ratios reichten von 2,61 bis 5,49

Alle MRT-Befunde der Patellofemoralgelenke dieser Frauen (Knorpelläsionen, Osteophyten, Zysten, Knochenmarksläsionen) standen in Zusammenhang mit dem Vorhandensein einer Krepitation.

Die Odds Ratios (OR) zu den einzelnen MRT-Befunden reichten von 2,61 bis 5,49. Auch bei Patientinnen mit Patellaschmerz in der Vorgeschichte fanden sich bis auf den Nachweis von Osteophyten alle typischen Hinweise überdurchschnittlich häufig im MRT (OR 1,8 bis 1,95).

Für den akuten Knieschmerz zeigte sich lediglich eine Verbindung mit Knochenmarksläsionen im MRT. Keine Zusammenhänge mit den klinischen Befunden waren dagegen in den MRT der Tibiofemoralgelenke erkennbar.

Künftige Studien, so die Autoren, müssten klären, ob klinische Tests zur Krepitation sowie ein vorausgegangener Patellaschmerz tatsächlich einen zusätzlichen Nutzen in der Frühdiagnostik einer Kniearthrose im Patellafemoral- oder Tibiofemoralgelenk haben. (St)

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