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Wirken Insulinanaloga günstig auf das Gedächtnis?

LEIPZIG (grue). Kurzwirksame Insulinanaloga senken nicht nur den Blutzucker, sondern haben vermutlich auch günstige Wirkungen auf die kognitiven Funktionen. Insulin-analoga gelangen rasch und schnell ins Gehirn und besetzen dort die Insulinrezeptoren.

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Insulin wird über einen aktiven Transportmechanismus vom Blut ins Hirn transportiert. Es scheint besonders für die Gedächtnisbildung im Hippocampus wichtig zu sein - denn dort befinden sich die meisten Insulinrezeptoren des Gehirns. Tatsächlich haben Menschen mit experimentell erhöhtem Plasmainsulinspiegel eine bessere Merkfähigkeit.

Umgekehrt haben Patienten mit Alzheimer-Demenz eine niedrige Insulinkonzentration im Liquor. Wie Professor Werner Kern von der Universität Lübeck auf einer Veranstaltung von Novo Nordisk in Leipzig berichtete, haben auch Typ-2-Diabetiker einen intrazerebralen Insulinmangel und dadurch ein zweifach erhöhtes Alzheimer-Risiko.

"Mit zunehmender Insulinresistenz sinkt der Insulinspiegel im Hirn und die kognitiven Leistungen lassen nach", so Kern. Eine Studie belegt die Insulinwirkung. Dafür erhielten gesunde und übergewichtige Männer und Frauen intranasales Insulin, das ohne Umweg über die Blutbahn ins Hirn gelangt.

Das führte bei allen Studienteilnehmern bereits nach acht Wochen zu einer besseren Merkfähigkeit. Da Humaninsulin erst nach Aufspaltung resorbiert werden kann, sollte der Versuch mit schnell wirksamen Insulinanaloga noch besser funktionieren.

Dies habe sich in einer doppelblinden Studie mit Gesunden in Lübeck bestätigt, so Kern. Die Teilnehmer erhielten acht Wochen entweder Placebo, Humansinsulin oder das kurzwirksame Analogon Insulinaspart (NovoRapid®) als intranasale Applikation. Wöchentlich mußten die Personen Wortlisten memorieren - das gelang der Insulinaspart-Gruppe am besten. Der Unterschied zu den anderen Gruppen war signifikant.

"Insulinaspart kann im Gehirn offenbar höhere Wirkspiegel erzeugen als Humaninsulin und hat so stärkere Effekte auf das Gedächtnis", so Kern. "Für die kurzwirksamen Analoga zeichnen sich günstige Zusatzeffekte ab, die bisher noch ungenügend erforscht sind".

Es eröffneten sich Perspektiven, die in der Diskussion um den Nutzen der Analoga nicht bedacht werden, sagte der Diabetologe Dr. Hans-Joachim Lüddeke aus München. Die unterschiedlichen Wirkungen von Human- und Analoginsulinen sollten deshalb in kontrollierten Studien untersucht werden.

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