Schneller in die Pflege

Niedersachsen verkürzt Ausbildung von Pflegehelfern

Um den Mangel an Arbeitskräften in der Pflege zu beheben, setzt Niedersachsen auf eine schnellere Ausbildung.

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Hannover. Mehr Pflegehelfer im Nordwesten: Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) und Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) haben am Montag zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit eine Kampagne für eine verkürzte Ausbildung von Pflegekräften in Niedersachsen ins Leben gerufen.

Damit soll der Personalmangel in der Pflege schneller behoben werden. Derzeit wird mit einer Plakataktion unter dem Motto: „Meine Zukunft Pflege“ für die Aktion geworben.

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Der Einstieg ins zweite Jahr der Pflegeassistenzausbildung steht nach Angaben des Sozialministeriums ab dem 1. August 2021 Menschen mit beruflicher oder ehrenamtlicher Vorerfahrung offen. So werde „sowohl Quereinsteigern als auch bereits in der Pflege Tätigen ein schneller, aber dennoch gut qualifizierter Zugang in das spannende Berufsfeld ermöglicht“, hieß es.

4600 Pflegestellen in Niedersachsen unbesetzt

Zum Berufsbild gehören Hilfen in der Haushaltsführung und auch der pflegerischen Versorgung. Im stationären Bereich gehört auch die Beschäftigungstherapie zu den Tätigkeiten der Pflegehelferinnen und -helfer. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sind in Niedersachsen derzeit rund 4600 Stellen in Pflegeberufen im Land unbesetzt.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe e.V. sieht das Angebot indessen kritisch. Es gehe am Markt vorbei, sagte Burkhardt Ziegler, Geschäftsführer des DBfK Nordwest. Laut Landespflegebericht Niedersachsen für das Jahr 2020 seien rund 2000 Stellen für Pflegefachpersonen unbesetzt gewesen wären, aber nur 150 für Pflegeassistentinnen und Assistenten. Damit ziele die Kampagne an dem eigentlichen Mangel vorbei, so Zieger weiter. (cben)

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