SARS-CoV2

Saarland erwägt breit angelegte Coronatests in Pflegeheimen

Das saarländische Gesundheitsministerium erarbeitet mit der Universitätsklinik Homburg ein Konzept für umfassende Tests in Pflegeeinrichtungen.

Veröffentlicht: 09.04.2020, 13:20 Uhr

SAARBRÜCKEN. Das Saarland erwägt nun doch breit angelegte Coronatests in den ambulanten und stationären Pflege-Einrichtungen. Das hat der saarländische Gesundheits-Staatssekretär Stephan Kolling (CDU) im Saarländischen Rundfunk (SR) signalisiert.

Kolling sagte dem Sender, die Tests stünden aber noch nicht unmittelbar bevor. Mit der Virologie der Uniklinik Homburg werde derzeit noch ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Es sei organisatorisch und technisch schwierig, alle Mitarbeiter und Bewohner der fast 300 Einrichtungen im Saarland zu testen.

Das Landesgesundheitsministerium reagiert damit auf entsprechende Forderungen der Saarländischen Pflegegesellschaft. Die hatte flächendeckende Tests angesichts der Entwicklung in den Heimen als „dringend geboten“ bezeichnet. Ein Sprecher der Landesregierung hatte das zunächst abgelehnt.

Die Pflegegesellschaft hat sich unterdessen auch mit den örtlichen Gesundheitsbehörden angelegt.

Auslöser war ein Schreiben des Saarbrücker Gesundheitsamtes, nach dem die Heime den Kontakt zwischen Personal und Bewohnern auf maximal zwei reduzieren müssen.

„Sollen wir Bewohner in Zimmern einschließen?“

Der Vorsitzende der Pflegegesellschaft, Harald Kilian, hatte daraufhin in einem Offenen Brief an das Gesundheitsamt erklärt, man sei fassungslos. Wenn die Heime dieser Aufforderung nachkämen, müssten sie „letztlich die Bewohner in ihren Zimmern einschließen“.

Das saarländische Gesundheitsministerium hat derweil nach SR-Angaben mitgeteilt, dass weit mehr Pflege-Einrichtungen von der Corona-Pandemie betroffen sind als bislang angenommen. Corona-Infektionen seien inzwischen in mehr als jedem sechsten saarländischen Pflegeheim festgestellt worden, also rund 25. Zuvor war nur von zwölf betroffenen Einrichtungen die Rede gewesen.

Anders als in Niedersachsen und Bayern lehnt die saarländische Landesregierung einen generellen Aufnahmestopp für die Pflegeheime ab. In Einzelfällen könnten die örtlichen Gesundheitsämter allerdings einen solchen Stopp verhängen. (kin)
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