Bayern

Terminvergabe für Corona-Impftermine via Algorithmus unter Beschuss

Das Impfportal in Bayern arbeitet nach einem geheimen Verfahren zur Terminvergabe für die Corona-Impfung. Bürger über 80 Jahre sehen sich benachteiligt.

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München. In Bayern wächst die Kritik an der Vergabe von Corona-Impfterminen, der nach einem geheimen Algorithmus vorgenommen wird. Das BayIMCO genannte Werkzeug arbeitet nach einem „ausgewogenen und aufwändig programmierten Algorithmus, der besonderen Wert auf die faire Verteilung innerhalb der Priorisierungsgruppen legt“, heißt es in einer Mitteilung des Landes-Gesundheitsministeriums.

Der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet über hunderte Fälle, in denen über 80-Jährige wochenlang auf Impftermine warten müssen, wohingegen jüngeren Menschen mit einer beruflichen Indikation offenbar ein höherer Score-Wert zugeordnet wurde. Wie genau das geschieht, wird nicht offengelegt, so das Ministerium. Dadurch solle Missbrauch vorgebeugt werden.

8900 Ü-80-Jährige in Bayern ohne Impftermin

Der Vorwurf, der Algorithmus benachteilige alte Menschen systematisch, weist die Staatsregierung zurück. Für die Priorisierung eines Termins seien mehrere Faktoren wie Alter, Vorerkrankungen und Beruf relevant. Da die Ständige Impfkommission (STIKO) die Gefährdung von Personen innerhalb der Priorisierungsgruppen nicht gewichtet habe, sei dafür ein entsprechender Schlüssel nötig, der im Algorithmus enthalten sei.

Laut BR lässt das Gesundheitsministerium offen, ob das Verfahren extern überprüft wird. Der Algorithmus gehe konform mit allen „definierten Vorschriften und Impferfordernissen“, heißt es.

Stand 25. März haben 8900 Menschen in Bayern über 80 Jahre noch keinen Impftermin. 68 Prozent in dieser Altersgruppe hätten bisher eine Erstimpfung erhalten, rund 38 Prozent auch eine Zweitimpfung. (fst)

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