Medizinstudium

Zur Landarzt- kommt in Sachsen-Anhalt jetzt die Amtsarztquote

Bis Ende März werden Bewerber für Studienplätze nach dem Landarzt-Gesetz gesucht. Neu sind 20 Plätze nach der ÖGD-Quote.

Veröffentlicht:
Wir wollen auch Frauen und Männern ein Medizinstudium ermöglichen, denen das bislang nicht möglich oder die lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten, weil sie kein Einser-Abitur hatte, sagt Landesgesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD).

Wir wollen auch Frauen und Männern ein Medizinstudium ermöglichen, denen das bislang nicht möglich oder die lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten, weil sie kein Einser-Abitur hatte, sagt Landesgesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD).

© Ronny Hartmann / dpa / picture alliance

Magdeburg. Sachsen-Anhalts Landarztquote geht in die dritte Runde. Neu ist die Amtsarztquote. Noch bis Ende März können sich Interessierte aus ganz Deutschland bewerben.

„Die Landarztquote hat sich als ein erfolgversprechender und guter Weg zum Medizinstudium erwiesen“, sagt Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) und zeigt sich mit Blick auf die Resonanz auch für dieses Jahr optimistisch. Laut Landarztgesetz werden fünf Prozent der Studienplätze an den Medizinischen Fakultäten in Magdeburg und Halle für künftige Landärzte reserviert. Die Studierenden müssen sich verpflichten, nach der Facharztausbildung mindestens zehn Jahre als Hausärzte in unterversorgten oder drohend unterversorgten Regionen des Landes zu arbeiten.

„Wir wollen auch Frauen und Männern ein Medizinstudium ermöglichen, denen das bislang nicht möglich oder die lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten, weil sie kein Einser-Abitur hatten“, so Grimm-Benne.

Berufserfahrung im Gesundheitswesen hilft

Das Auswahlverfahren berücksichtigt weit stärker berufliche Vorerfahrungen im Gesundheitsbereich. „Wir geben jenen eine Chance, die im Kontakt mit Patienten bereits soziale Kompetenz und Empathiefähigkeit bewiesen haben.“ Auch für KVSA-Vorstand Dr. Jörg Böhme ist die Landarztquote der richtige Weg. Er wirbt: „Werden Sie Landarzt in Sachsen-Anhalt! Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es wird nie langweilig! Sie betreuen Ihre Patienten und deren Familien oftmals ein Leben lang und Ihre Patienten werden es Ihnen danken!“

Im Auftrag des Landes ist die KV für das Bewerbungsverfahren zuständig. Böhme: „Die Landarztquote ist ein weiterer Baustein, um die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen auch in Zukunft sicherstellen zu können. Wir benötigen aber bundesweit mehr Medizinstudienplätze, um den Bedarf an ärztlicher Versorgung perspektivisch decken zu können.“

Ärztemangel wird immer größer

In Sachsen-Anhalt sind derzeit 246,5 Hausarztstellen nicht besetzt. Prognosen zeigen, dass ein weiteres Defizit von 260 Stellen bis 2032 zu erwarten ist. Um diesen Bedarf zu decken, reichen 20 Studienplätze pro Jahr für künftige Hausärzte nicht aus. Erstmals und zeitgleich startet Sachsen-Anhalt eine erste Bewerbungsrunde mit zehn Plätzen für die Amtsarztquote.

Nicht zuletzt die Corona-Pandemie habe Personaldefizite im Öffentlichen Gesundheitsdienst in den Blickpunkt gerückt. Wie bei der Landarztquote müssen sich die erfolgreichen Bewerber vertraglich verpflichten, nach Studium und Weiterbildung für zehn Jahre ärztlich in Sachsen-Anhalt tätig zu sein. Schwerpunkt ist das Öffentliche Gesundheitswesen, konkret die 14 Gesundheitsämter des Landes mit ihren Aufgaben. (zie)

Informationen zur Landarztquote: www.landarztquote-sachsen-anhalt.de; Zur Amtsarztquote: www.amtsarztquote-sachsen-anhalt.de

Mehr zum Thema

Vergleich der Kreise

Auffällige Nierenkrebs-Prävalenz in Ostdeutschland

Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO: „Ich bin tief besorgt über die Ausbreitung der Affenpocken, die nun in mehr als 50 Ländern nachgewiesen wurden“. (Archivbild)

© Salvatore Di Nolfi / KEYSTONE / dpa

Gehäufte Infektionen

WHO: Affenpocken keine internationale Notlage