Randale auf Chios

Ärzte der Welt ziehen sich zurück

Nach Auseinandersetzungen und Verwüstungen im Flüchtlings-Auffanglager auf Chios verlässt die Hilfsorganisation Ärzte der Welt die griechische Insel.

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ATHEN. Die Hilfsorganisation Ärzte der Welt zieht sich nach neuen Zusammenstößen aus dem Auffanglager der griechischen Insel Chios zurück. Das kündigte die Organisation am Freitag an.

In der Nacht waren zwei Männer bei heftigen Auseinandersetzungen zwischen Syrern und Afghanen durch Messerstiche verletzt worden, wie das Insel-Newsportal "politischios" berichtete.

Insassen zerstörten demnach auch das Zelt für medizinische Versorgung samt Inventar im Wert von 30.000 Euro.

"Schreckensnacht im Hotspot", titelte "politischios": Das Lager habe am Morgen nach den Krawallen einem Schlachtfeld geglichen. Die zwei verletzten Männer mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Zudem hätten viele weitere Menschen Verletzungen davongetragen. Die Polizei habe Blendgranaten eingesetzt, um die Tumulte aufzulösen.

Die Inselbehörde habe in Athen zusätzliche Bereitschaftspolizisten angefordert, weil es inzwischen fast jeden Tag zu Auseinandersetzungen komme.

Im Lager für ursprünglich 1200 Bewohner werden derzeit rund 1500 Flüchtlinge festgehalten - sie sind großteils nach dem Inkrafttreten des Flüchtlingspakts am 20. März auf Chios angelandet und sollen ab kommendem Montag zurück in die Türkei gebracht werden. (dpa)

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