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Pandemie

Coronavirus lässt Hochzeitspläne platzen

Monatelange Planung für den schönsten Tag im Leben, dann kam das Corona-Virus. Vielen Paaren ist wegen der strengen Auflagen die Freude am Heiraten vergangen.

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Das Stroh-Brautpaar juckt das Coronavirus nicht – echte Hochzeiter haben die Trauung hingegen scharenweise verschoben.

Das Stroh-Brautpaar juckt das Coronavirus nicht – echte Hochzeiter haben die Trauung hingegen scharenweise verschoben.

© Marijan Murat/dpa

Wiesbaden. Die Corona-Pandemie hat viele Heiratspläne vorerst platzen lassen. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden bundesweit 139.900 Ehen geschlossen, 29.200 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mitteilte.

Mitte März hatten Bund und Länder strenge Auflagen verhängt, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Viele Standesämter schlossen vorübergehend, andere schränkten ihre Dienste ein.

21.500 Eheschließungen im Februar

Nur einmal wurden seit der Wiedervereinigung in einem ersten Halbjahr noch weniger Ehen geschlossen: 2007, als viele Paare den Juli und damit das Hochzeitsdatum 7.7.2007 ansteuerten. Damals heirateten im ersten Halbjahr nur 138.800 Paare.

Im laufenden Jahr gab es mit dem 02.02.2020 und dem 20.02.2020 gleich zwei attraktive Termine, die auch reichlich genutzt wurden – was ein weiteres Absinken der Zahlen verhinderte, wie das Bundesamt berichtete. Im Februar 2020 heirateten 21.500 Paare, fast 7300 mehr als Vorjahresmonat.

Der Effekt war in den Bundesländern unterschiedlich stark: In Brandenburg (plus 84 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (plus 82 Prozent) und Thüringen (plus 80 Prozent) sagten im Februar deutlich mehr Paare „Ja“ zueinander. In Hamburg fand er dagegen so gut wie keine Beachtung, hier blieb die Zahl der Eheschließungen gleich.

Viele Standesamt-Termine verschoben und nicht abgesagt

Erkenntnisse über die Auswirkung der Pandemie ließen sich erst langfristig gewinnen, erklärten die Statistiker. Denn langsam wieder steigende Zahlen vom Mai und Juni deuteten daraufhin, dass viele Standesamt-Termine lediglich verschoben und nicht abgesagt wurden. Der Stand der Vorjahre war aber noch nicht erreicht.

„Es kann sein, dass einiges wieder aufgeholt wird“, sagt Carola Hofbauer-Raup, Standesbeamtin in Schleswig und Vorsitzende des Landesverbands der Standesbeamtinnen und Standesbeamten Schleswig-Holstein. Vielerorts seien nur wenige Termine wirklich abgesagt und dafür mehr verschoben worden. Etwa jetzt in den Spätsommer.

Verunsicherung ist groß

Die Bedingungen zum Heiraten seien vor Ort noch sehr unterschiedlich, berichtete die Standesbeamtin mit Blick auf die bundesweite Situation. Es gälten Abstandsregeln und Höchstgrenzen für die Zahl der Gäste. Anfangs hätten die Paare nur allein kommen dürfen – was nicht überall für Ärger gesorgt habe: „Manche waren ganz froh, dass sie die Zeit für sich haben konnten.“

Was das große Feiern angeht, sei die Verunsicherung groß, sagt die Sprecherin des Bundes deutscher Hochzeitsplaner, Svenja Schirk. Viele Paare hätten ihr Fest auf nächstes Jahr verschoben. Die Corona-Regeln könnten jeden Tag geändert werden, dazu seien sie vor Ort sehr unterschiedlich.

Büffets seien nicht möglich, es gälten Obergrenzen bei der Zahl der Gäste, Abstandsregeln müssten eingehalten werden, teils herrsche Tanzverbot. Täglich erreichten den Bundesverband Anfragen dazu. „Ausgelassen Feiern und einen unbeschwerten Tag zu haben, geht zurzeit nicht.“ Sie hoffe, dass sich die Lage bessere. (dpa)

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