Germanwings-Absturz

Lufthansa wusste von Depression des Co-Piloten

Die Lufthansa-Flugschule wusste früh, dass der Co-Pilot der abgestürzten Unglücksmaschine eine "depressive Episode" hatte, bevor er seine Ausbildung wieder aufnahm. Sie sei aber als abgeklungen bezeichnet worden.

Veröffentlicht:

FRANKFURT/HALTERN. Der Co-Pilot der abgestürzten Germanwings-Maschine hat Lufthansa schon während seiner Ausbildung über eine Depression informiert.

In einer E-Mail habe der damalige Flugschüler 2009 die Verkehrsfliegerschule in Bremen über eine "abgeklungene schwere depressive Episode" informiert. Er hatte die Ausbildung damals für mehrere Monate unterbrochen.

"Im Anschluss wurde dem Co-Piloten die erforderliche ärztliche Flugtauglichkeit bestätigt", teilte Lufthansa weiter mit.

"Die Unterlagen wurden erneut durchgesehen inklusive der E-Mails", erläuterte eine Lufthansa-Sprecherin in Frankfurt am Main. Diese "neue Erkenntnis" sei vom Unternehmen an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden.

Lufthansa- und Germanwings-Chefs treffen Angehörige

Die Chefs von Lufthansa und Germanwings wollten am Mittwoch erneut in die Nähe der Absturzstelle nach Seyne-les-Alpes reisen.

In den französischen Alpen war der Airbus am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf an einer Felswand zerschellt. 150 Menschen starben.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Germanwings-Chef Thomas Winkelmann hätten außerdem geplant, in Marseille erneut mit Angehörigen zusammenzukommen, sagte ein Konzernsprecher. Germanwings ist eine Tochter der Lufthansa.

Trauergottesdienst in Haltern

Gut eine Woche nach dem Absturz wollen die Menschen der Stadt westfälischen Stadt Haltern zu einem öffentlichen Gottesdienst zusammenkommen.

Die Pfarrer der katholischen und der evangelischen Kirche sowie der Halterner Bürgermeister Bodo Klimpel haben für 17 Uhr in die St.-Sixtus-Kirche eingeladen.

Es werden viele Teilnehmer erwartet, deshalb wird der Gottesdienst über Lautsprecher auch nach draußen übertragen.

Unter den Opfern der Tragödie sind 16 Schüler und 2 Lehrerinnen eines Halterner Gymnasiums.

An der Absturzstelle in den französischen Alpen soll am Mittwoch damit begonnen werden, persönliche Gegenstände der Toten zu sichern.

Die Bergung der Opfer wurde nach Angaben der Gendarmerie am Dienstag abgeschlossen.

Bis spätestens Ende der Woche sollen alle Opfer identifiziert sein. Außerdem geht die Suche nach dem Flugdatenschreiber weiter.

Der 27 Jahre alte Co-Pilot Andreas L. wird verdächtigt, seinen Kollegen aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine mit Absicht in die Katastrophe gesteuert zu haben.

Vor Jahren suizidgefährdet

Nach Erkenntnissen der Ermittler war er vor Jahren suizidgefährdet. Für den Unglückstag war er krankgeschrieben, der Arbeitgeber wusste davon nach eigenen Angaben nichts.

Bereits bekannt war, dass der Co-Pilot des Germanwings-Flugs 4U9525 in seiner Ausbildung in der Verkehrsfliegerschule eine Unterbrechung von mehreren Monaten gehabt hatte. (dpa)

Mehr zum Thema

Corona-Impfung

Debatte um Corona-Impfstart in Arztpraxen nimmt Fahrt auf

Tagesaktuelle RKI-Daten

Das lokale Corona-Infektionsgeschehen im Vergleich

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Von den Zentren in die Praxen: Die Forderungen nach Ausweitungen der Impfmöglichkeiten gegen SARS-CoV-2 häufen sich.

Corona-Impfung

Debatte um Corona-Impfstart in Arztpraxen nimmt Fahrt auf

Was ist das optimale Blutdruckziel für den systolischen Blutdruck bei Frauen?

Kardiovaskuläres Risiko steigt

Systolischer Blutdruck über 100 mmHg – für Frauen zuviel?