Gesellschaft

Neue Heimat für Behring-Nachlass in Marburg

Briefe, Erinnerungen und Laboraufzeichnungen des Nobelpreisträgers Emil von Behring gehören nun der Universität Marburg. Ein Teil des Archivs ist auch in einer Ausstellung im Marburger Schloss zu sehen.

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MARBURG (coo). Die Marburger Philipps-Universität hat den Nachlass des Medizinnobelpreisträgers Emil von Behring (1854-1917) erhalten. Dazu zählen mehr als 1700 persönliche Briefe sowie Laboraufzeichnungen, Tagebücher, Sonderdrucke, Presseberichte und Fotos aus dem Privat- und Berufsleben des Wissenschaftlers.

Das Behring-Archiv geht an die Arbeitsstelle für Geschichte der Medizin, zu der seit dem Jahr 2000 auch die Emil-von-Behring-Bibliothek gehört.

"Es hätte das Ende unserer Erschließungs- und Forschungsprojekte bedeutet, wenn das Archiv nicht in Marburg hätte bleiben können", sagt Dr. Kornelia Grundmann von der Behring-Bibliothek.

Der handschriftliche Nachlass wird derzeit mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft wissenschaftlich erschlossen und digitalisiert. Behrings Nachlass gehörte bislang dem Pharmaunternehmen Sanofi-Aventis.

Nobelpreisgeld zur Unternehmensgründung

Dr. Klaus Menken von der Geschäftsführung bezeichnete die Universität Marburg als "würdige und endgültige Heimat" für das Archiv.

Emil von Behring wurde 1901 mit dem ersten Medizinnobelpreis für seine Entwicklung eines Serums gegen Diphtherie ausgezeichnet. Von dem Nobelpreisgeld gründete der Forscher, der 1895 in die Universitätsstadt kam, 1904 die Marburger Behringwerke. Deren Nachfolgeunternehmen beschäftigen bis heute mehr als 4000 Menschen.

Ein Teil des Behring-Archivs ist in einer Ausstellung im Marburger Schloss zu sehen: Unter dem Titel "Blut ist ein ganz besonderer Saft" werden Privat-Fotos, Schriften aus Behrings Forschung und zu seiner Arbeit als Kommunalpolitiker gezeigt. Die Ausstellung ist bis zum 18. September dienstags bis sonntags in der Zeit von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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