Corona-Pandemie

Sachsens Kammerpräsident sorgt sich um sozialen Zusammenhalt

In Sachsen fallen die Proteste von Gegnern der Corona-Politik besonders heftig aus. Sozialministerin Köpping und Ärztekammerpräsident Bodendieck rufen zur Versöhnung auf.

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Fürchtet, dass sich die Gräben zwischen Impfbefürwortern und Gegnern der Corona-Politik weiter verschärfen: Sachsen Kammerpräsident Erik Bodendieck.

Fürchtet, dass sich die Gräben zwischen Impfbefürwortern und Gegnern der Corona-Politik weiter verschärfen: Sachsen Kammerpräsident Erik Bodendieck.

© LÄK Sachsen

Dresden. Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) und der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck, sorgen sich um die Auswirkungen von Anfeindungen wegen der Corona-Pandemie im Freistaat zu Weihnachten. „Ich bin besorgt um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Wohlergehen eines jeden Einzelnen“, sagte Bodendieck am Donnerstag in Dresden. „Bedrohungen, Diffamierungen oder Verleumdungen sind einer aufgeklärten Gesellschaft nicht zuträglich und gefährden den sozialen Frieden nachhaltig.“

Morddrohungen, Belagerungen der Häuser von Politikern, Hassreden in sozialen Netzwerken und Drohbriefe bestimmten die Nachrichten. Einschüchterungsversuche, Beleidigungen und die Missachtung des gesamten medizinischen Personals wie auch von Ärztinnen und Ärzten kämen dazu. Ein kleiner Teil der Bevölkerung benutze „ausgerechnet die Weihnachtszeit, um Menschen zu schaden, die ihnen im Notfall helfen, anstatt einmal Danke zu sagen“.

„Wir haben es selbst in der Hand“

„Die Weihnachtszeit sollte trotz allem die Zeit der Versöhnung sein: Wir werden auch künftig nicht alle einer Meinung sein“, sagte Köpping. „Aber wir sollten uns gerade jetzt daran erinnern, was uns vereint, was uns immer zusammengehalten hat.“ Es gelte, die Zeit zu nutzen und so miteinander umzugehen, dass man sich nicht für das Leben zerstreite, sondern sich trotz aller Differenzen auch weiter in die Augen blicken könne. „Wir selbst haben es in der Hand.“

Vor Köppings Wohnhaus waren Anfang Dezember rund 30 Demonstranten mit Fackeln und Plakaten aufmarschiert. Dies hatte Empörung bei Politikern im Bund und Freistaats ausgelöst. Journalisten hatten im ZDF über detaillierte Mordplanungen von Gegnern der Corona-Maßnahmen gegen Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und weitere Regierungsmitglieder berichtet, die in Chats bei Telegram abgesprochen worden sein sollen. Danach nahm das Landeskriminalamt Sachsen Ermittlungen auf. Bei sechs Beschuldigten wurden Waffen gefunden. (sve)

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