Nach Ende des Krieges

Ukraine setzt auf Rückkehr geflohener Krankenschwestern

Die stellvertretende ukrainische Gesundheitsministerin bedankt sich für deutsche Unterstützung und hofft, dass Pflegekräfte nach Ende des Krieges in ihre Heimat zurückkehren werden.

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Zu Besuch bei Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD): die stellvertretende Gesundheitsministerin der Ukraine Iryna Mykychak.

Zu Besuch bei Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD): die stellvertretende Gesundheitsministerin der Ukraine Iryna Mykychak.

© Soeren Stache / dpa

Potsdam. Russische Truppen stehlen in der Ukraine offenbar systematisch die Ausrüstung ziviler Krankenhäuser. Das sagte die stellvertretende Gesundheitsministerin der Ukraine, Irina Mykychak, am Freitag am Rande eines Besuchs bei Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Zwischen dem Potsdamer Ernst von Bergmann-Klinikum und Krankenhäusern in der Ukraine besteht eine langjährige Partnerschaft.

Mykychak dankte am Freitag dafür, dass unter anderem mit Hilfe der Luftwaffe schon mehr als 600 Kinder zur medizinischen Behandlung in Europa transportiert werden konnten. Sie würden mit Krankenwagen oder Zügen nach Polen gebracht und dort mit Flugzeugen abgeholt.

Selenskyj will die Gehälter der Pflegekräfte deutlich erhöhen

Zudem dankte Mykychak dafür, dass Krankenschwestern aus der Ukraine, die nach Deutschland geflohen seien, hier weitere Berufserfahrung sammeln könnten. „Ich bin aber sicher, dass sie in die Ukraine zurückkehren werden, wenn wir die Ukraine wieder aufbauen“, sagte Mykychak. „Wir verstehen, wenn ein Teil von ihnen in Europa bleiben will, aber wir wünschen uns, dass die Mehrheit zurückkehrt, denn unsere Bevölkerung hat sich als sehr patriotisch erwiesen.“ Der Ukrainische Präsident Selenskyj habe angewiesen, die Gehälter von Krankenschwestern deutlich zu erhöhen.

Woidke will deutsche Pflegemangel nicht auf Kosten der Ukraine bekämpfen

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sicherte der Ukraine alle verfügbare Unterstützung seines Landes zu. „Es ist unsere Pflicht, Sie im Kampf gegen die russische Aggression zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass Menschen in der Ukraine weiter einen Zugang zu einer möglichst guten medizinischen Versorgung erhalten.“ In Deutschland habe man einen sehr hohen Bedarf an Pflegepersonal. „Wir werden aber unsere Probleme nicht zu Lasten der Ukraine lösen“, sagte Woidke. Das Abziehen von Pflegepersonal aus der Ukraine sollte nicht die Methode sein, um Probleme in Deutschland zu lösen. (lass)

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