Doping in Russland

WADA fordert "starke Entscheidung"

Ist der russische Staat am Doping von Sportlern beteiligt? Lautet die Antwort Ja, fordert die WADA eine "starke Entscheidung".

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LONDON. Nach Aussagen des Whistleblowers Gregori Rodschenkow, ehemaliger Leiter des Moskauer Doping-Kontrolllabors, besteht der Verdacht, in Russland gebe es eine vom Staat organisierte Vertuschung positiver Dopingproben in Sotschi. Rodschenkow gab an, gemeinsam mit der Anti-Doping-Agentur Rusada und dem Geheimdienst auf Anordnung des Staates die Urinproben russischer Athleten - darunter 15 Medaillengewinner - gegen negative Proben vertauscht zu haben. Damit würde nicht nur in der russische Leichtathletik gedopt, sondern auch in anderen Sportarten. Der russische Sportminister bestreitet die Vorwürfe.

Am vergangenen Freitag hatte der Leichtathletik-Weltverband die Sperre Russlands auch für die Olympischen Spiele bestätigt (die "Ärzte Zeitung" berichtete). Einen Tag nach Bekanntgabe der Sperre gab die Justiz in Moskau bekannt, Ermittlungen gegen Rodschenkow eingeleitet zu haben.

Sollte sich der Verdacht des "Staatsdopings" tatsächlich bewahrheiten, fordert Oliver Niggli, Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) eine "starke Entscheidung" mit Blick auf einen möglichen Komplett-Ausschluss des russischen Teams. Man müsse allerdings unabhängige Gutachten abwarten, sagte Niggli in einem dpa-Interview.

Im Kampf gegen Doping-Betrüger setze die WADA künftig verstärkt auf investigative Ermittlungen, sagte Niggli. Kontrollen gebe es auch weiterhin, seien aber nicht die einzige Antwort. "Der Athletenpass ist ein wichtiger Baustein, alle Dinge zusammen ergeben ein wirksames Paket. Ich bin sicher, dass die Nachricht bei den Sportlern angekommen ist." (bae/dpa)

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