„Die Berliner Stunde“-Podcast
Rückblick auf 14 Jahre G-BA: Professor Josef Hecken im Interview
14 Jahre war Professor Josef Hecken an der Spitze des G-BA. Im Podcast „Die Berliner Stunde“ spricht er über die zentrale Rolle des Gremiums, persönliche Meilensteine – und redet wie immer Klartext.
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Als höchstes Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) maßgeblich darüber, wie gesetzliche Vorgaben in die Versorgungspraxis der gesetzlichen Krankenkassen übersetzt werden. An dessen Spitze stand 14 Jahre lang Professor Josef Hecken, der das Amt zum 30. Juni 2026 abgibt. Aus persönlichen Gründen, wie er mehrfach betont hat.
In der zweiten Folge von „Die Berliner Stunde – Der gesundheitspolitische Podcast“ beschreibt Hecken den G-BA als eine Art „Maschinenraum der Gesundheitspolitik“. Dessen Aufgabe sei es, auf der Grundlage wissenschaftlicher Evidenz darüber zu entscheiden, „was Patientinnen und Patienten konkret bekommen – und nicht danach, wer am lautesten schreit“.
AMNOG-Verfahren als „Goldstandard“
Als einen der größten Erfolge des G-BA bezeichnet Hecken die Umsetzung und Weiterentwicklung des AMNOG-Verfahrens zur Nutzenbewertung neuer Arzneimittel. Zu Beginn habe es große Skepsis gegeben: „Man hat uns flächendeckende Versorgungsprobleme vorhergesagt.“
Heute sei das System mit inzwischen mehr als 1800 bewerteten Wirkstoffen „Goldstandard in Europa“. Die Einsparungen von rund zehn Milliarden Euro jährlich eröffneten Spielräume für andere Versorgungsbereiche.
Gemeinsame Selbstverwaltung
G-BA-Chef Hecken nimmt Abschied: „Es muss jetzt irgendwie auch ohne mich gerichtet werden“
Am 1. Juli übernimmt Dr. Sonja Optendrenk den unparteiischen Vorsitz im G-BA. Und Josef Hecken? Der will sich bewusst in Zurückhaltung üben. Es sei wenig hilfreich, wenn ehemalige Amtsinhaber aus der Distanz Ratschläge erteilten, die nicht mehr zur aktuellen Realität passten. (jtm)




