Dr. Andreas Mai

„4000 Euro Mindestlohn für Pflege“

Die Pflege soll auch mit Geld für Nachwuchs attraktiv gemacht werden. Der Pfälzische Pflegekammerpräsident Mai will mindestens 4000 Euro monatlich.

Von Helmut LaschetHelmut Laschet Veröffentlicht:

BERLIN. Der Präsident der Pflegekammer Rheinland-Pfalz, Dr. Markus Mai, will auch auf die Tarifpolitik Einfluss nehmen und fordert auf mittlere Sicht einen monatlichen Mindestlohn von 4000 Euro für Fachkräfte.

Es gehe spätestens dann ums Geld, wenn die junge Generation ihre Berufsentscheidung treffen müsse, sagte Mai bei einem Symposion auf dem Springer-Pflegekongress am Freitag in Berlin. Pflegekräfte müssten künftig auch Hauptverdiener sein und von ihrem Einkommen eine Familie ernähren können. Eine sichere Versorgung und eine Entlastung der Pflegeberufe sei nicht zu schaffen, wenn die qualifizierte Tätigkeit in der Pflege nicht auch finanziell attraktiv sei. Nur auf diese Weise werde es möglich sein, die Bereitschaft zum Einstieg in den Pflegeberuf zu steigern .

Ein weiteres Ziel für den Chef der vor drei Jahren etablierten Pflegekammer ist die Schaffung eines Gutachterregisters speziell für die Pflege. Verstärkt sollen künftig in Fachfragen qualifizierte Pflegekräfte als Gutachter tätig werden können. Damit wolle man unabhängig von ärztlichen Gutachtern werden, denen es an pflegerischer Expertise mangele.

Ferner müsse die Pflege künftig im Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) durch eigene Mitglieder mit Stimmrecht vertreten sein, forderte Mai. Er sei sich der Tatsache bewusst, dass dies eine komplexe Umstrukturierung der Gremien des GBA bedeute. Nur so sei es aber auch möglich, Beratungsthemen in den Bundesausschuss einzubringen.

Nach wie vor steht die Bildung einer gemeinsamen Interessenvertretung der Pflege auf Bundesebene auf der Agenda. Wenn dies – in Analogie zu den Ärztekammern und der Bundesärztekammer – auf einer föderalen Struktur gründen soll, müssten sich in allen Ländern Pflegekammern auf einer gesetzlichen Grundlage etabliert haben. Dies ist gegenwärtig nur in Schleswig-Holstein und Niedersachsen realisiert. In Baden-Württemberg besteht die politische Bereitschaft, in diesem Jahr das Heilberufegesetz zu ändern, nachdem sich in einer Repräsentativbefragung rund zwei Drittel der Pflegefachberufe für eine Kammer ausgesprochen hatten.

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