Krankenkassen

AOK Nordost intensiviert ihr Fallmanagement

Patienten, die von einer engmaschigen Betreuung profitieren, nimmt die AOK Nordost stärker als bisher unter die Lupe. Dabei soll aber nichts gegen den Arzt unternommen werden.

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Das Fallmanagement der AOK Nordost wird ausgebaut.

Das Fallmanagement der AOK Nordost wird ausgebaut.

© dpa

SCHWERIN (di). Die AOK Nordost wird ihr Fallmanagement stark ausweiten, um Kosten zu sparen. Dabei gilt: Nichts soll ohne oder gegen den behandelnden Arzt unternommen werden.

"Wir wollen den Arzt unterstützen und nichts gegen ihn unternehmen", betonte Frank Michalak, Vorstandschef der AOK Nordost. Bevor die Fallmanager der Kasse Kontakt zum Patienten aufnehmen, sollen sie sich mit dem behandelnden Arzt abstimmen.

Zuvor identifiziert die Kasse durch ihre Datenanalysen versorgungsintensive, häufig multimorbide Patienten, die von einer engmaschigen Betreuung und koordinierten Behandlungsabläufen profitieren könnten. Das Programm läuft unter dem Namen "Hand in Hand" schon seit Mitte 2010, in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zusammen wurden bislang 800 Patienten betreut.

Nach ersten positiven Erfahrungen will die AOK das Programm nun ausbauen. Auch Kassen in anderen Regionen zeigen daran Interesse. Nach Angaben Michalaks wird auch die Schwester AOK in Thüringen und Sachsen (AOK plus) das Programm einsetzen.

Betreuung und Koordination der Versorgung

Dabei übernimmt ein geschulter Mitarbeiter der Kasse bei den teilnehmenden Versicherten die Betreuung und Koordination der Versorgung. Bei einem ersten Hausbesuch verschafft er sich ein Bild von der häuslichen und medizinischen Situation sowie von der körperlichen und seelischen Verfassung des Versicherten.

Die Ergebnisse werten die Teilnehmer einer Fallkonferenz aus. Diese setzt sich aus AOK-Angestellten unterschiedlicher Qualifikation zusammen, unter anderem Ärzte, Apotheker, Pflegeberater oder Sozialarbeiter.

Die Teilnahme der Versicherten ist freiwillig, eine Einschreibung ist nicht vorgesehen. Wegen des hohen Altersdurchschnitts und den häufig allein lebenden älteren Menschen sieht Michalak im Einzugsbereich seiner Kasse hohen Bedarf.

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