Versorgung

Abgestufte Geriatrie – So könnte es gehen

Der Bundesverband Geriatrie hat ein Konzept für die Versorgung geriatrischer Patienten erarbeitet.

Veröffentlicht:

BERLIN. Der Bundesverband Geriatrie hat erstmals ein einheitliches Konzept für die Versorgung geriatrischer Patienten vorgelegt. Die wachsende Zahl alter und hochbetagter Patienten gebiete es, geriatriespezifische Versorgungsstrukturen auszubauen, heißt es in dem im Dezember veröffentlichten Papier.

Die Krankenhausplanungen der Länder sollten künftig stärker als bisher die Geriatrie umfassen, fordert der Verband. In ihm sind nach eigenen Angaben Träger organisiert, die bundesweit 400 geriatrische Kliniken und Einrichtungen mit rund 23.000 Betten oder Reha-Plätzen betreiben.

Bedingt durch die föderale Vielfalt bilde die geriatrische Versorgung im Krankenhaus den überwiegenden Teil des Versorgungsangebots ab. In einzelnen Ländern sei hingegen der Schwerpunkt der geriatrischen Versorgung in den Reha-Bereich gelegt worden.

In jedem Fall sei eine enge Zusammenarbeit beider Versorgungsbereiche geboten. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sollten daher so weiterentwickelt werden, dass die Leistungserbringung in einem abgestuften Geriatriekonzept ohne Versorgungsbrüche möglich wird.

»Krankenhaus: Im Krankenhaus müsse die Patientenversorgung unter Leitung eines Facharztes mit abgeschlossener Zusatzbezeichnung Geriatrie analog der (Muster-) Weiterbildungsordnung erfolgen. „Regelhaft“ sollte zudem in Fachabteilungen ohne primär geriatrischen Auftrag Expertise durch geriatrische Konsiliarleistungen verfügbar sein. In Kliniken ohne ausgewiesene Fachabteilung sollten Screening-Instrument eingesetzt werden, um entsprechenden Behandlungsbedarf bei geriatrischen Patienten zu erkennen. In Rettungsstellen und Notaufnahmen sollte aus Sicht des Bundesverbands geriatriespezifische Kompetenz zumindest „vorgehalten“ werden.

»Rehabilitation: Die Indikation für eine geriatrische (Anschluss-) Reha sei gegeben, wenn sich der Behandlungsschwerpunkt von einem organzentrierten zu einem funktionsorientierten Fokus verlagert. Dort stünden dann individuelle alltagsrelevante Reha-Ziele im Vordergrund.

»Tageskliniken: Sie werden als „elementarer Teil einer abgestuften geriatrischen Versorgung“ beschrieben. Hier zähle Wohnortnähe, die rechtliche Zuordnung sei von untergeordneter Bedeutung. Geriatrische Institutsambulanzen stellten eine ergänzende Versorgungsform dar. Ihre derzeitige rechtliche Ausgestaltung ermögliche es aber nicht, „bestehende Versorgungslücken zu schließen“. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Abb. 1: Eszopiclon verbesserte signi?kant beide polysomnographisch bestimmten primären Endpunkte: Schla?atenz (a) und Schlafe?zienz (b)bei älteren Patienten mit chronischer primärer Insomnie (jeweils p0,05)

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziet nach [20]

Behandlungsbedürftige Schlafstörungen bei älteren Menschen

Schlafstörungen können typische Altersprozesse triggern und verstärken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: HENNIG Arzneimittel GmbH & Co. KG, Flörsheim
Mehr als Schutz für die Atemwege

© Springer Medizin Verlag GmbH

Influenza-Impfung

Mehr als Schutz für die Atemwege

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich der Kreise

Wo sich besonders wenige Senioren gegen Pneumokokken impfen lassen

„Sprechende Medizin“ beim Bayerischen Rundfunk

Hausarzt Schelling klärt im Radio über wichtige Gesundheitsthemen auf

Cochrane Review zu Ginkgo biloba

Ginkgo biloba: Kein Nutzen bei MCI, geringe Effekte auf Demenz

Lesetipps
Menschen im Park machen Qigong-Übungen

© zinkevych / Stock.adobe.com

Nutzen durch randomisierte Studie belegt

Qigong-Übungen senken erhöhten Blutdruck

Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?