„Gefahr für die Gesundheit“

Bayerische Apotheke verliert Betriebserlaubnis

Ein Apotheker soll im Landkreis Günzburg in einem verdreckten, stinkenden Keller Medikamente hergestellt haben. Der Vorwurf des Gerichts: „Hygienisch untragbare Zustände“.

Veröffentlicht: 22.11.2019, 11:52 Uhr
Bayerische Apotheke verliert Betriebserlaubnis

Beleuchtetes Schild an einer Apotheke: Einer Offizin in Günzburg wurde wegen hygienischer Mängel die Betriebserlaubnis entzogen (nicht abgebildet).

© mcbrugg / iStock

Günzburg. Einem Apotheker aus Schwaben wird wegen des Verdachts auf schwerwiegende Verstöße gegen das Apothekenrecht die Betriebserlaubnis entzogen. Das Verwaltungsgericht Augsburg hat einen Eilantrag des Beschuldigten gegen den angeordneten Entzug abgelehnt, wie eine Sprecherin am Donnerstag mitteilte. Das Gericht begründete die Entscheidung mit einer konkreten „Gefahr für die Gesundheit“ der Kunden.

Der Apotheker hingegen bestreite die Vorwürfe. Er hat nun die Möglichkeit, innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim Bayerischen Verwaltungsgericht einzureichen.

Selbst hergestellte Arzneien aus dem Keller

Bei einer Durchsuchung der Privatwohnung und der Apotheke in Jettingen-Scheppach hatte die Kriminalpolizei im Juli 2019 selbst hergestellte Arzneien gefunden. Dabei handelte es sich um Präparate mit den Wirkstoffen Procain und Roter Reisschalenextrakt, die als Nahrungsergänzungsmittel verkauft wurden.

Laut Vorwurf des Gerichts waren diese unter „hygienisch untragbaren Zuständen“ wie Staub, Schmutz und beißendem Geruch im privaten Keller des Apothekers hergestellt worden. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bewertete die Nebenwirkungen als gesundheitlich bedenklich. Dem Verwaltungsgericht zufolge erwies sich der Apotheker demnach als „unzuverlässig, die von ihm betriebene Apotheke ordnungsgemäß zu führen“.

Die Polizei ermittelt derzeit wegen verbotener Arzneimittelherstellung gegen zwei weitere Apotheken aus dem Landkreis Günzburg und dem Landkreis Augsburg. Dort sollen Apotheker über einen Online-Handel selbst hergestellte Produkte illegal und falsch beworben an ahnungslose Verbraucher verkauft haben. (dpa)

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