Arzneimittelpolitik

Apotheker rühmen sich als Sparfüchse

BERLIN (eb). Die gesetzliche Krankenversicherung gibt 4,46 Milliarden Euro für die Handelsleistung der Apotheken aus - eine geringere Belastung als die Umsatzsteuer von 4,57 Milliarden Euro für Arzneimittel, die mit 19 Prozent besteuert werden.

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Darauf macht der Deutsche Apothekerverband (DAV) aufmerksam. "Apotheken gehören zu den kleinsten Ausgabenposten der Krankenkassen, leisten aber einen erheblichen Beitrag zur Gesundheit der Menschen in Deutschland", sagt DAV-Vorsitzender Fritz Becker.

Vom gesamten GKV-Budget entfallen 2,5 Prozent auf die Apotheker.

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Dr. Thomas Georg Schätzler

Dreiste Milchmädchenrechnung?

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) mit seinem Vorsitzenden Fritz Becker berichtete, dass Apotheken nur 2,5 Prozent des GKV-Gesamtvolumens von derzeit ca. 180 Milliarden Euro jährlich in Anspruch nehmen. Diese Summe von 4,46 Mrd. € läge unterhalb der Mehrwertsteuerzahlungen der GKV-Kassen von 4,57 Mrd. € für die verordneten Medikamente.

Das gilt jedoch n u r für die B e t r i e b s k o s t e n der Apotheken. Und bei 21.441 Apotheken bedeuten das ca. 210.000 Euro Betriebskosten pro Jahr pro Apotheke. Betriebskostenanteile für Privatmedikation, OTC-Medikamente und den "Grauen Gesundheitsmarkt" kommen noch hinzu.

Der Anteil am GKV-Volumen für ambulante ärztliche Behandlung liegt bei 19 % und der für Medikamente bei 17 %, i n k l u s i v e der Apotheken-Betriebskosten. Der Rest von 64 % der GKV-Gesamtausgaben ist in der öffentlichen Debatte selten Gegenstand intelligenter Reflexion und Diskussion. Besonders unintelligent stellt es sich aber hier dar: Die GKV-Apothekenbetriebskosten werden mit Irgendetwas, wie z. B. den Medikamenten-Mehrwertsteuerzahlungen der GKV-Kassen verglichen. Es wäre genau so abwegig, den Mehrwertsteueranteil aus dem Bundesverteidigungsetat auszupreisen, um den eigenen Laden schön zu rechnen.

Mf+kG, Dr. med Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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