Emmi Zeulner fordert

Eigenanteil bei Pflege begrenzen!

Veröffentlicht:

BERLIN. Die CSU-Gesundheitspolitikerin Emmi Zeulner hat sich in die Debatte um die künftige Finanzierung der Pflege eingeschaltet. Sie fordert eine Begrenzung der finanziellen Eigenanteile von Pflegebedürftigen.

Nötig sei ein Systemwechsel, damit Pflegebedürftigkeit nicht zum Armutsrisiko werde und Betroffene nicht von Sozialleistungen abhängig würden, sagte Zeulner der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag).

Im Pflegefall übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten. Den Rest müssen die Betroffenen und gegebenenfalls ihre Angehörigen selbst aufbringen.

Sind sie dazu nicht in der Lage, springt das Sozialamt ein. Zeulner forderte, diese Zuzahlungen zu begrenzen. Schon heute beziehe rund ein Drittel der Heimbewohner Sozialhilfe, weil ihr Vermögen und ihre Rente nicht reichten, um die Eigenanteile zu bezahlen.

Auf die Frage, wer bei Realisierung ihres Vorschlags für die höheren Kosten aufkommen soll, sagte Zeuler unter anderem, dass wegen der Alterung der Gesellschaft die Ausgaben für die Pflege ohnehin stiegen.

Pflege-Beitragssatz wird wohl weiter steigen

Tatsächlich wird einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge der Beitragssatz wegen der wachsenden Zahl der Betroffenen weiter klettern müssen. Bis zum Jahr 2045 rechnen die Autoren mit einer Steigerung von heute 3,05 auf 4,25 Prozent (siehe nachfolgende Grafik).

Das wären für ein heutiges Durchschnittseinkommen fast 550 Euro mehr im Jahr. Bereits Anfang des Jahres war der Beitragssatz um 0,5 Prozentpunkte angehoben worden.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Datawrapper Um mit Inhalten aus Datawrapper zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken und von anderen Anbietern angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Weitere Information dazu finden Sie hier.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte daraufhin der „Bild“-Zeitung (Donnerstag) gesagt: „Wenn die Beiträge nicht immer weiter steigen sollen, dann wird man auch über andere Finanzierungsmodelle diskutieren müssen.“ (dpa)

Mehr zum Thema

Gesundheitsministerkonferenz

Holetschek: In Pflege droht Katastrophe

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
In vielen Einrichtungen längst gefordert, das Einhalten der 3G-Regel. MEDI setzt sich dafür ein, dass auch Arztpraxen außerhalb von Notfällen die 3G-Regel anwenden können, in vielen Kliniken sei dies schon üblich.

© Sebastian Gollnow / dpa

Corona-Pandemie

MEDI fordert 3G in der Arztpraxis

Medizinstudent Heiner Averbeck.

© Porträt: Lukas Zähring | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag“-Podcast

Haben Sie nach Ihrem Medizinstudium noch Lust auf Arzt, Herr Averbeck?

Impfung gegen Corona: Aufgrund aktueller Studiendaten rät das Kompetenznetz MS (KKNMS) bei allen MS-Patienten unabhängig von ihrer Immuntherapie zu einer COVID-19-Impfung.

© fotoak80 / stock.adobe.com

Aktuelle Studien

Corona-Impfung für Patienten mit Multipler Sklerose sicher