Patientensteuerung

Ratschefin Vogler: Ohne Pflege bleibt Primärversorgung nur Theorie

Patientensteuerung über Ärztinnen und Ärzte: Laut Pflegerats-Präsidentin Christine Vogler ist das nur die halbe Miete bei der angedachten Primärversorgung. Auch die Pflegeprofession gehöre zwingend mit eingebunden.

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„Kompetenz ohne Befugnis verschenkt Potenzial“: Pflegerats-Präsidentin Christine Vogler.

„Kompetenz ohne Befugnis verschenkt Potenzial“: Pflegerats-Präsidentin Christine Vogler.

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Berlin. Die Pflege will beim geplanten Primärversorgungssystem ein Wörtchen mitreden. „Pflegefachpersonen müssen kompetenzorientiert entscheiden und handeln können“ – ansonsten bleibe die Primärversorgung „Theorie“, betont die Präsidentin des Deutschen Pflegerates (DPR), Christine Vogler, auf Anfrage der Ärzte Zeitung. „Kompetenz ohne Befugnis verschenkt Potential.“

Der Pflegerat setzt in diesem Zusammenhang auf Primärversorgungszentren. Diese müssten multiprofessionell und wohnortnah organisiert sein und die pflegefachliche Sicht mit einbeziehen. Die Pflegeprofession bringe Wissen und Werkzeuge dafür mit.

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Dazu gehörten eine eine Behandlung nach Dringlichkeit (Triage), Pflegesprechstunden, Übergangs- und Medikationsmanagement etwa für chronisch kranke Menschen sowie Haus- und Quartiersbesuche durch sogenannte Community Health Nurses (CNH).

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD freilich ist nur die Rede von einem „Primärarztsystem“. Zuletzt hatte aber selbst Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) von Primärversorgung gesprochen. Derzeit läuft dazu im Gesundheitsmininisterium ein Fachdialog mit einschlägigen Verbänden und Organisationen.

Dass mittlerweile von Primärversorgung gesprohen werde, stuft der Gesundheitsexperte und Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Managed Care (BMC), Professor Lutz Hager, als ein „richtiges und wichtiges Signal“ ein.

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Allerdings würden bislang außer Haus- und Fachärzten nur wenige an der Versorgung beteiligte Akteure in die Diskussion mit einbezogen, kritisiert Hager in einem aktuellen Interview mit der Ärzte Zeitung.

Plädoyer für Kammerstruktur

Laut Pflegerats-Chefin Vogler braucht es für die Pflege zudem die Verkammerung. Pflegekammern sicherten Standards, Qualität und berufliche Verantwortung und verschafften der Profession eine „verbindliche Stimme in der Selbstverwaltung“.

Befugnisse brächten Wirkung in die Versorgung, Kammern machten diese „nachhaltig“, so Vogler. Derzeit gibt es bundesweit zwei Pflegekammern: eine in Rheinland-Pfalz und eine in Nordrhein-Westfalen. (hom)

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