Berufspolitik

Berliner Landesregierung nimmt Form an

In Berlin wird CDU-Fraktionsvize Mario Czaja Gesundheitssenator. Das Forschungsressort geht an eine Parteilose. Eine Überraschung ist die Besetzung des Wirtschaftsressorts.

Angela MisslbeckVon Angela Misslbeck Veröffentlicht:

BERLIN. Jetzt ist es offiziell: Neuer Gesundheitssenator in Berlin soll der bisherige CDU-Fraktionsvize Mario Czaja werden. Das hat CDU-Landeschef Frank Henkel am Montag bei einem kleinen Parteitag bekannt gegeben.

Czaja galt bereits seit langem als Favorit für das Amt. Der 36-Jährige hatte seinen Wahlkreis in Ostberlin mit überwältigender Mehrheit direkt gewonnen.

Als bisheriger gesundheitspolitischer CDU-Fraktionssprecher im Abgeordnetenhaus dürfte er auf seine neue Aufgabe fachlich gut vorbereitet sein. Czaja wird für Gesundheit und Soziales zuständig sein, und damit auch für die Pflege.

Überraschung bei der Nominierung zur Besetzung des Wirtschaftsressors

Während diese Personalie den Erwartungen entspricht, war die Besetzung des Ressorts für Wirtschaft, Technologie und Forschung eine Überraschung.

Für diesen Posten ist die parteilose Juristin und Volkswirtin Sybille von Obernitz nominiert. Die 49-Jährige wird damit auch die beschlossene Bündelung der Forschung der Charité Universitätsklinik und des Max Delbrück-Centrums (MDC) betreuen.

Sandra Scheeres soll Bildungsressort übernehmen

Auch die Besetzung des ebenfalls für die Charité zuständigen Bildungsressorts gilt als Überraschung. Die SPD hat für dieses Amt die 41-jährige Diplompädagogin Sandra Scheeres benannt.

Als wichtigste Aufgabe der bisherigen SPD-Abgeordneten nannte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) jedoch nicht die Sanierung des Bettenhochhauses der Charité, sondern den Ausbau der Kinderbetreuung.

Vereidigung am 1. Dezember

Die neuen Senatoren sollen am 1. Dezember vereidigt werden. Dann kann die neue Berliner Landesregierung gut zwei Monate nach der Wahl die Arbeit aufnehmen.

Noch vor der Nominierung der Senatorinnen stieß die Zuordnung von Wissenschaft und Forschung zu zwei verschiedenen Senatsressorts auf Kritik.

Charité und MDC schlossen sich Protest an

Auch die Charité und das MDC schlossen sich dem Protest der Berliner Hochschulen an. Sie äußerten Befürchtungen, dass diese Trennung der politischen Zuständigkeiten "die künftige Zusammenarbeit erschweren wird".

Prinzipiell bekräftigten die beiden Einrichtungen jedoch ihre Absicht zu einer institutionellen Zusammenarbeit. Das gilt als Voraussetzung für eine verstärkte Forschungsförderung des Bundes für die Charité.

Einmalige Chance, Innovationen ans Krankenbett zu bringen

"Das MDC passt mit seiner international anerkannten Forschung in den Bereichen Krebs, Neurowissenschaften sowie Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen hervorragend zum herausragenden klinischen Profil der Charité", so MDC-Vorstand Professor Walter Rosenthal.

Charité-Chef Professor Karl Max Einhäupl betrachtet die Partnerschaft als eine "neue Dimension in der translationalen Zusammenarbeit zwischen grundlagen-, krankheits- und patientenorientierter Forschung" und als einmalige Chance, gezielter als bisher Innovationen ans Krankenbett zu bringen.

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