Direkt zum Inhaltsbereich

Energiekrise

Brandenburgs Ärzte fordern rasche Strompreisbremse

Stark steigende Strompreise setzen auch den Arztpraxen kräftig zu. Die KV Brandenburg fordert daher schnelle Finanzhilfen – andernfalls müssten Geräte abgeschaltet und Termine abgesagt werden.

Veröffentlicht:
Ratternde Stromzähler: Vor allem Radiologie-, Strahlentherapie- oder Dialysepraxen trifft der Preisschock derzeit heftig.

Ratternde Stromzähler: Vor allem Radiologie-, Strahlentherapie- oder Dialysepraxen trifft der Preisschock derzeit heftig.

© ghazii / stock.adobe.com

Potsdam. Brandenburgs Kassenärzte haben erneut vor den Folgen steigender Strompreise für die Praxen gewarnt. Insbesondere für Arztpraxen, die viel Energie verbrauchten wie Radiologie-, Strahlentherapie- oder Dialysepraxen, sei die Lage zunehmend existenzbedrohend, hieß es.

„Vor allem für die energieintensiven Praxen fordern wir eine sofortige Strompreisbremse beziehungsweise eine finanzielle Entlastung“, sagt der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), Holger Rostek, am Donnerstag in Potsdam. „Bekommen diese Praxen keine Finanzhilfe, werden sie gar nicht anders können, als Geräte abzuschalten, um Strom zu sparen.“

Reduzierte Sprechzeiten, weniger Termine und längere Wartezeiten für Patienten seien die direkte Folge. Nötig seien Unterstützungsleistungen und Sicherheitsschirme von Bund und Land. Denn Dialysepraxen oder große Labore mit einem Stromverbrauch von über 300.000 Kilowattstunden pro Jahr könnten eine Steigerung der Stromkosten von beispielsweise 300 Prozent nicht stemmen.

Kostensteigerungen von 100.000 Euro und mehr

In einer Pressemitteilung zitierte die KVBB den Nuklearmediziner Dr. Frank Gottschalk aus Fürstenwalde (Kreis Oder-Spree). Er rechnet mit Kostensteigerungen von 100.000 Euro jährlich und mehr. „Allein ein MRT verbraucht pro Jahr ohne die erforderliche Klimatisierung der Räume bereits etwa 90.000 Kilowattstunden“, sagte Gottschalk. „Dabei kann das Gerät aufgrund der Kühlung in Ruhezeiten nachts und am Wochenende nicht abgeschaltet werden.“

Lesen sie auch

Ähnlich äußerte sich der Cottbuser Facharzt für Laboratoriumsmedizin, Karsten Mydlak: „Für 2023 erwarten wir Mehrkosten von über 350.000 Euro für die Strombeschaffung, daneben haben wir erheblich gestiegene Personalkosten.“

Sollte ein kritischer Wert überstiegen werden, könne man nicht weiter in eine zeitgemäße Labordiagnostik investieren. „Wenn wir kein neues Massenspektrometer oder PCR-Gerät anschaffen können, wird es nicht mehr, wie bisher, taggleich nahezu jeden Medikamentenspiegel oder jede Erreger-PCR geben.“ (lass)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Künftig werden Rollen und Haltungen gelehrt

Die ärztliche Weiterbildung bekommt eine neue Struktur

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Erfolgreiche Überbrückung bis zur Transplantation

Schwer an ARDS Erkrankter überlebt Entfernung beider Lungenflügel

Anpassungsvorgänge brauchen Zeit

Höhenkrankheit bei Kindern und Jugendlichen: Das gilt es zu beachten

Lesetipps
Ein Mann liegt im Bett und schaut auf sein Handy.

© Andrii Lysenko / Stock.adobe.com

Insomnie

Wie sich schlechter Schlaf auf Schmerzen auswirkt

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram