EBM-Reform

Debatte über Honorarreserven in KVen

Der Beitrag zur EBM-Reform in der "Ärzte Zeitung" hat zu einer Debatte über angebliche Honorarreserven in den KVen geführt.

Veröffentlicht: 28.03.2013, 16:54 Uhr
Von einem Tresor mit Geldreserven wollen KBV und KV Baden-Württemberg nichts wissen.

Von einem Tresor mit Geldreserven wollen KBV und KV Baden-Württemberg nichts wissen.

© Klaus Rose

BERLIN. "Mit der EBM-Reform sollen Hausärzte KV-Tresore knacken", titelte die "Ärzte Zeitung" in ihrer Print-Ausgabe.

In diesen Tresoren liegen demnach "Reserven", die sich "auf Grund der Vereinbarungen über die Morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen und deren Anstieg" gebildet haben.

Doch in welchen KVen liegen diese Reserven? Die "Ärzte Zeitung" hatte geschrieben, "dass die höchsten Reserven die KVen in Bayern und Baden-Württemberg vor sich her schieben, nur in geringerem Umfang die KVen der neuen Bundesländer".

Als Reaktion hat die KBV am Donnerstag eine Klarstellung geschickt. "Im Rahmen des zur Veröffentlichung gedachten redaktionellen Gesprächs wurde die Bildung der Reserven thematisiert, nicht aber die Situation in einzelnen KVen", heißt es.

Ambulante Versorgung von Alterung der Gesellschaft geprägt

Der KBV sei es vor allem darum gegangen, deutlich zu machen, "dass die ambulante Versorgung in Deutschland geprägt ist von der Alterung der Gesellschaft und einer zunehmenden Krankheitslast". Dafür stellten die Krankenkassen den KVen finanzielle Mittel zur Verfügung.

Bedingt durch die vom Gesetzgeber bis Ende 2012 vorgegebene Pauschalierung der Leistungen im EBM, sei es insbesondere im hausärztlichen Versorgungsbereich nicht möglich, die erbrachten Leistungen abzurechnen und die zur Verfügung gestellten Mittel abzurufen.

"Von daher wird es ein wichtiges Anliegen der anstehenden EBM-Reform sein, diesen ungerechten Zustand zu beheben", heißt es weiter.

Nicht umsonst habe das Versorgungsstrukturgesetz entsprechende Vorgaben gemacht, die es Hausärzten ermöglichen sollen, den zusätzlichen Leistungsbedarf im EBM abzubilden.

KV Baden-Württemberg betont: Haben keine Reserven

Anders die KV Baden-Württemberg, die am Donnerstag ebenfalls verärgert reagierte: Tatsächlich seien in der Südwest-KV überhaupt keine Reserven vorhanden, die es erlaubten, zusätzliche oder höher dotierte Leistungen in der hausärztlichen Versorgung zu finanzieren, sagte KV-Chef Dr. Norbert Metke.

Im Übrigen sei es verhandlungspolitisch nicht geschickt, einerseits in Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband zusätzlichen Finanzbedarf anzumahnen, wenn gleichzeitig erhebliche Mittel auf Halde liegen sollen. (HL/ger)

Mehr zum Thema

Grundsatzprogramm

Grüne distanzieren sich von Homöopathie

KBV-Statistik

Schon 40 Prozent aller MVZ fachgleich

Mecklenburg-Vorpommern

In der Enquete-Kommission knirscht es gewaltig

Schlagworte
Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. jens wasserberg

KV Thüringen hat bekanntlich den Honorarrückstau

Es ist ja bekannt, dass die KV Thüringen ihr Geld nicht an die Ärzte auszahlen kann. Dafür dürfen jetzt allen anderen KVen einkommens- aber leider nicht kostenneutral diesen Unsinn mitmachen, der als neuer EBM nur die noch vor einem Jahr abgelehnten Kodierrichtlinien durch die Hintertüre einführt. Es wird wie alle Jahre wieder ein neuer EBM kreiert, damit die Ärzteschaft beschäftigt ist und andauernde ziellose Umverteilungen Veränderungen simulieren sollen.
Sogar der von der KBV ja angeblich kalkulierte Punktwert wird nun um ca. 30% abgesenkt. Da hat man sich wohl wieder einmal verrechnet.


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Einen neuen Blick auf die Infektionszahlen fordert eine Gruppe von Experten.

COVID-19

Experten wollen weg von 7-Tage-Inzidenz

Der für den Impfstoff genutzte Virus-Vektor: Er basiert auf einem abgeschwächten Schimpansen-Adenovirus, das nach der Impfung die Oberflächen-Spike-Proteine von SARS-CoV-2 präsentiert.

SARS-CoV-2-Impfstoff

Vektor-basierte Corona-Vakzine mit 70 Prozent Wirksamkeit