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Untersuchung der Ersatzkassen

Psychotherapie: Weniger Honorar, schnellere Akuttermine – ob die Rechnung aufgeht?

Der Ersatzkassenverband hat Wartezeiten auf eine ambulante Psychotherapie untersucht. Die Kassen fordern schnellere Termine für die Akuttherapie. Angesichts der Honorarsenkungen dürfte das bei Therapeuten schlecht ankommen.

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Das Foto zeigt eine Sanduhr.

Im Mittel warten Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche nach dem Erstgespräch mehr als 40 Tage auf den Beginn der Akuttherapie.

© weyo / stock.adobe.com

Berlin. Eine Untersuchung des Ersatzkassenverbands vdek zeigt bei den Wartezeiten für eine ambulante Psychotherapie Licht und Schatten. Der vdek hat nach eigenen Angaben etwa 1,5 Millionen Abrechnungsdaten von Ersatzkassenversicherten der Jahre 2022 bis 2024 ausgewertet.

Aus seinen Daten kann der Verband allerdings nur Wartezeiten nach dem psychotherapeutischen Erstgespräch ermitteln. Nach früheren Studien müssen gesetzlich versicherte Erwachsene im Mittel 5,7 Wochen auf ein Erstgespräch warten.

Im Anschluss an das Erstgespräch warten Erwachsene im Mittel knapp 23 Tage auf die erste probatorische Sitzung. Diese Frist hat sich seit 2022 praktisch nicht verändert. Bei Kindern und Jugendlichen beläuft sich diese Wartezeit im Mittel auf rund 19 Tage. Auch hier ist nach Angaben des vdek seit 2022 kein Anstieg festzustellen.

Für 80 Prozent der Erwachsenen und 85 Prozent der Kinder und Jugendlichen beginne somit die Probatorik innerhalb eines Monats nach dem Erstgespräch, heißt es in der Untersuchung.

Nur rund 10,8 Prozent der Erwachsenen und 8,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen müssten sich mehr als sechs Wochen gedulden. Die Wartezeiten auf eine reguläre ambulante Psychotherapie seien damit kürzer als oft angenommen, so die Darstellung des Ersatzkassenverbands.

Zielvorgabe von zwei Wochen oft verfehlt

Problematisch ist hingegen nach Ansicht des vdek die Wartezeit auf eine Akutbehandlung, die der kurzfristigen Stabilisierung und Verbesserung der Symptomatik der Patienten dient. Im Falle einer Vermittlung durch die Terminservicestelle (TSS) darf die Wartezeit hier maximal zwei Wochen betragen.

Tatsächlich wird diese Zielvorgabe häufig verfehlt, heißt es in der vdek-Analyse. Im Mittel müssen Erwachsene 2024 demnach fast 42 Tage auf einen Akuttermin warten – dieser Wert ist seit 2022 kontinuierlich gestiegen. Bei Kindern und Jugendlichen beträgt die Wartezeit im Mittel knapp 41 Tage. 2023 war ein Höchststand von im Mittel mehr als 43 Tagen erreicht worden.

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Insgesamt müssten 61 Prozent der Erwachsenen sowie 55 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit dringendem Bedarf länger als zwei Wochen auf die Behandlung warten. „Wir müssen die Versorgung schwer psychisch kranker Menschen sowie von Menschen in akuten Krisen in den Blick nehmen und den Zugang zur Versorgung für diese verbessern“, folgert die vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner.

Absenkung der Honorare um 4,5 Prozent

Der Kassenverband fordert, Psychotherapeuten sollten mindestens die Hälfte ihrer freiwerdenden Therapieplätze den Terminservicestellen melden. „Insbesondere dringliche Fälle müssen zeitnah und zuverlässig über die TSS in Probatorik und Akutbehandlung vermittelt werden können“, so das Plädoyer des vdek.

Forderungen von den Kassen wie diese dürften gegenwärtig bei den Therapeuten schlecht ankommen. Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat zum 1. April 2026 die Bewertungen unter anderem der psychotherapeutischen Sprechstunde, der psychotherapeutischen Akutbehandlung, der Gruppentherapie und des Abschnitts 35.2 EBM jeweils um 4,5 Prozent gesenkt.

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Eine Eingabe im Petitionsausschuss des Bundestages, mit der Psychotherapeuten eine angemessene Vergütung fordern, hat Inzwischen mehr als 147.000 Mitzeichner gefunden. Die Initiatoren befürchten, dass sich in der Folge das Behandlungsangebot von Psychotherapiepraxen verringern wird.

Der Übergang von der Probatorik in die Richtlinientherapie geht für betroffene Patienten mit Wartezeiten von im Schnitt 27 Tagen einher. Dieser Wert ist in den vergangenen Jahren nach Angaben des vdek stabil geblieben.

Über 60 Prozent der Erwachsenen können demnach binnen 21 Tagen nach der letzten Probatorikstunde mit einer Richtlinietherapie beginnen. Bei Kindern und Jugendlichen trifft dies auf 64 Prozent der Betroffenen zu. (fst)

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