Defizit in der GKV wächst auf 1,5 Milliarden Euro

BERLIN (ble). Die gesetzlichen Krankenkassen haben die ersten neun Monate des Jahres mit einem Minus von knapp 1,5 Milliarden Euro abgeschlossen.

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Einnahmen von 117,48 Milliarden Euro standen Leistungsausgaben in Höhe von 118,98 Milliarden Euro gegenüber. Damit hat sich der Fehlbetrag gegenüber dem Halbjahresergebnis noch einmal um 550 Millionen Euro erhöht.

Dessen ungeachtet rechnet das Bundesgesundheitsministerium für 2008 weiter mindestens mit einer schwarzen Null. So hätten die Kassen erst im November die zweite Hälfte des Bundeszuschusses von insgesamt 2,5 Milliarden Euro erhalten.

Zudem würden die Kassen noch von Beiträgen auf das Weihnachtsgeld oder den tariflich vereinbarten Einmalzahlungen in der Metallindustrie profitieren. In den vergangenen Jahren hätten die Einnahmen im vierten Quartal um bis zu 2,5 Milliarden Euro über denen des dritten gelegen, so das Bundesgesundheitsministerium. Dort geht man deshalb von einer "soliden finanziellen Grundlage" für den Start des Gesundheitsfonds aus.

Das gesamte Beitragsaufkommen der Kassen stieg von Januar bis Ende September um 2,8 Prozent. Bei den beitragspflichtigen Einnahmen gab es mit einem Zuwachs von zwei Prozent je Mitglied den stärksten Anstieg seit Mitte der neunziger Jahre. Im Vorjahr etwa betrug der Zuwachs nur 0,7 Prozent.

Dennoch blieb der Einnahmezuwachs hinter einem neuerlichen deutlichen Ausgabenplus für die Versorgung mit 4,2 Prozent je Mitglied zurück, räumt das Ministerium ein. Immerhin verlangsamte sich der Ausgabenanstieg im Vergleich zu den ersten sechs Monaten leicht um 0,3 Prozentpunkte.

Für die vertragsärztliche Behandlung wandten die Kassen in den ersten neun Monaten des Jahres 17,9 Milliarden Euro auf. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betrug der Anstieg hier 4,7 Prozent. Spitzenreiter bei den Ausgaben ist weiter der Krankenhausbereich. Dort stiegen die Ausgaben um 3,2 Prozent auf 39,7 Milliarden Euro an. Für Arzneimittel gaben die Kassen 21,6 Milliarden Euro aus (+5,8 Prozent). Für die zahnärztliche Behandlung waren 8,1 Milliarden Euro fällig (+2,3), für das Krankengeld 4,9 Milliarden Euro (+9). Die Netto-Verwaltungsausgaben der GKV stiegen um 2,9 Prozent auf knapp sechs Milliarden Euro.

Unter den Kassen verzeichneten die Betriebskrankenkassen mit 549 Millionen Euro das größte Defizit, gefolgt von den Angestellten-Ersatzkassen mit 317 Millionen Euro. Die Ortskrankenkassen schlossen die ersten neun Monate mit einem Minus von 57 Millionen Euro ab.

Ausgaben der GKV steigen weiter
Veränderung je GKV-Mitglied in Prozent 1. bis 3. Quartal 2008 im Vergleich zum 1. bis 3. Quartal 2007
  Bund
Leistungsausgaben insgesamt 4,2
Ärztliche Behandlung 3,9
Zahnbehandlung (kons.-chirurg.) 1,5
Zahnersatz 1,7
Arznei- u. Verbandsmittel insgesamt 5,1
Häusliche Krankenpflege 11,7
Krankenhausbehandlung 2,6
Krankheitsverhütung/soziale Dienste 20,6
Krankengeld 8,2
Fahrkosten 6,8
Kuren und Rehabilitation 2,1
Verwaltungskosten 2,2
Beitragspflichtige Einnahmen 2,0
Überschuss/Defizit in Mio. Euro - 1.492
Quelle: BMG/KV 45, Tabelle: ÄRZTE ZEITUNG
Die Ausgaben für die vertragsärztliche Behandlung sind in den ersten neun Monaten dieses Jahres leicht unterdurchschnittlich gestiegen.
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