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Kommentar zur Demografie-Vorsorge

Der Zug ist abgefahren

Die Demografie-Vorsorge für die Pflegeversicherung kommt um Jahre zu spät.

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:

Mit einer homöopathischen Therapie versucht die Große Koalition, das vor allem demografisch bedingte zukünftige Problem der Finanzierung der gesetzlichen Pflegeversicherung zu lösen. Mit 0,1 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens soll ab 2015 eine Rücklage dotiert werden, die die Deutsche Bundesbank verwalten soll.

Einen großen Nutzen sehen die Bundesbanker darin offenbar nicht, wie aus dem jüngsten Monatsbericht hervorgeht: Eine Reserve für zukünftige Lasten werde nur vorübergehend entstehen - aufgezehrt wird sie von wahrscheinlich von angekündigten neuen Pflegeleistungen.

Die Lasten der jüngeren Generation wachsen dabei mit doppelter Dynamik: Spätestens wenn die Baby-Boomer der 1960er Jahre in Rente gehen und pflegebedürftig werden - das wird in etwa 15 Jahren der Fall sein - wird die Zahl der Leistungsempfänger dynamisch steigen.

Und gegenwärtig plant die Koalition beachtliche Leistungsverbesserungen, die den Anspruch je Pflegefall spürbar erhöhen werden.

Anders als in der privaten Pflegeversicherung - die allerdings aufgrund einer deutlich besseren Risikolage im Vergleich zur sozialen Pflegeversicherung begünstigt ist - beginnt man im nächsten Jahr mit dem Aufbau einer Kapitalreserve bei Null.

Ende 2012 verfügte die private Pflegeversicherung über akkumulierte Alterungsrückstellungen von fast 26 Milliarden Euro. Die zehnmal größere gesetzliche Pflegeversicherung hätte vergleichbar dazu bereits 260 Milliarden Euro anhäufen müssen.

Diese Relationen verdeutlichen: Der demografische Zug ist abgefahren. Bereits vor mehr als 20 Jahren hätte man mit der Vorsorge beginnen müssen. Heute lassen sich diese Versäumnisse nicht mehr kompensieren.

Lesen Sie dazu auch: GKV: Überschuss von 27,5 Milliarden Euro errechnet

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